1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis

Rhein-Kreis Wettstreit: Jüchen: Mehr als Schloss und Schaufelradbagger

Rhein-Kreis Wettstreit: Jüchen : Mehr als Schloss und Schaufelradbagger

Jüchen kennt fast jeder – ohne es zu wissen. Denn der Tagebau Garzweiler und Schloss Dyck liegen dort. Wer Jüchen besser kennen möchte, kann die Tipps von den Teilnehmern des Rhein-Kreis Wettstreits nutzen – für Ruhe, Einkauf und Einkehr.

Jüchen kennt fast jeder — ohne es zu wissen. Denn der Tagebau Garzweiler und Schloss Dyck liegen dort. Wer Jüchen besser kennen möchte, kann die Tipps von den Teilnehmern des Rhein-Kreis Wettstreits nutzen — für Ruhe, Einkauf und Einkehr.

Kennen Sie Jüchen? Nein? Aber sicher kennen Sie den Tagebau Garzweiler II und das barocke Wasserschloss Dyck mit seinen Landschaftsgärten und Events wie "Illumina" oder "Classic Days". Und damit kennen Sie zwei markante Punkte von Jüchen. Weitere erfahren Sie von den Experten — den Menschen, die in Jüchen leben und die beim NGZ-Rhein-Kreis-Wettstreit mitgemacht haben.

Diese reduzieren "ihre" Gemeinde nicht auf Schloss und Schaufelradbagger, sondern können ihrer Vielfalt gerecht werden: Vielfach gibt es ländliche Ruhe zu entdecken — etwa im idyllischen Herberath, in dessen renovierten Hofanlagen wenige Dutzend Menschen leben, oder in Waat-Wey-Hoppers.

Bürgermeister Harald Zillikens hält Haus Katz für Jüchens markantestes Gebäude — dessen Obergeschoss ist für ihn Arbeitsplatz bei Ratssitzungen, das Erdgeschoss ist für viele Jüchener Hochzeitsort. Schloss Dyck muss muss man laut Zillikens "wegen seiner Architektur, den Events und Gärten unbedingt gesehen haben". Gerd Bandemer verweist auf die katholische Kirche ("hohe neue Kirche"), die Hochneukirch den Namen gab.

"Am spannendsten" empfindet Linda Hagen, die mit ihrer Familie in Bedburdyck wohnt, den Aussichtspunkt Tagebau Garzweiler: "Man kommt sich vor als sei man auf dem Mond." Von der Einsamkeit des Weltalls ist es nur ein Gedankensprung zum stillsten Ort in Jüchen: Für Wirtschaftsförderin Olivia Dietrich und auch Linda Hagens Familie ist es "der Klostergarten im Nikolauskloster". Orte, die Stille und Frieden verströmen, sind etwa die Friedhöfe: "Auf einer Bank unter den großen Bäumen am Gierather Friedhof" nennt Jürgen Liedmann aus Gierath als Beispiel, ebenso wie Gerd Bandemer und das Vorstandsteam vom Heimatverein Hochneukirch den örtlichen Friedhof. Grün hat Jüchen vielfach zu bieten — etwa im Dycker Ländchen, oder vor der eigenen Haustür, die beim Öffnen den Blick auf die Felder freigibt, in der Parkanlage des alten katholischen Friedhofs und im Schmölder-Park in Hochneukirch.

Gesellig sein, den Plausch vor der Haustür pflegen, feiern im Karneval, in der Kirchengemeinde, im Schützen- oder Sportverein, Toleranz anderen Kulturen gegenüber — das, so sind sich die Teilnehmer der Fragebogen-Aktion einig, zeichnet die Jüchener aus. Zu den Höhepunkten des Jahres gehört das Schützen- und Heimatfest, dessen Anekdoten wie diese aus Hochneukirch stets gern erzählt werden: "Anlässlich des damaligen Schützenmanövers am Hochneukircher Schramberg verletzte sich der Regimentsoberst Petin in Ausübung seiner Manöverbeobachtung und stürzte von einem Strohballen. Herbei geeilte Kameraden versorgten das verletzte Bein mit in Schnaps getränkten Umschlägen. Da die Schmerzen immer größer wurden, rief er einem Kameraden — so ist es überliefert — zu: ,Jong, et iss ke Spill, holl misch ens ene rischtije Doktor.' Das Bein übrigens war gebrochen."

Ob urige Gaststätte wie Leppkes in Hochneukirch oder ein Hot Spot wie das "Redhot": Jüchen bietet beides. Historisches Flair ist, so Olivia Dietrich, etwa im "Dycker Weinhaus" oder im "Landhandel Quack" zu spüren. Ihre Shopping-Tipps: trendige Accessoires von "Fräuleins Liebling" (Odenkirchener Straße) und Floralkunst bei Nelly Küpper (Am Markt), Gerd Bandemer verweist auf das Goldschmiede-Handwerk bei "Friedrich".

Kinder toben gern auf den Spielplätzen in Stessen, im Auenfeld, in Gierath — Jugendliche treffen sich auf der Skateranlage am Schulzentrum Jüchen. Abwechslung für Wanderer und Radler bietet die Route von Bedburdyck über die Felder nach Dyck und weiter zum Dycker Weinhaus, von Hochneukirch führt der Weg über Otzenrath, Schaan, Kelzenberg, Bissen zu Schloss Dyck.

Also: Viel zu entdecken in Jüchen auch abseits von Schloss und Schaufelbagger. Und wenn Sie die Jüchener besser kennenlernen wollen: Feiern Sie mit ihnen, meint Jürgen Liedmann. "Beim Schützenfest treffen sich viele Leute und man pflegt Freundschaften."

(NGZ)