Die einzige Feuerwehrfrau der Stadt löschte bei RTL: Meerbuscher ging für "Günni" durchs Feuer

Die einzige Feuerwehrfrau der Stadt löschte bei RTL : Meerbuscher ging für "Günni" durchs Feuer

Bei "Stern TV" hatte man sich alle Mühe gegeben, die buchstäblich heiße Show im neuen Feuerwehr-Übungscontainer "Fire-Trainer-112" mit einem kleinen Überraschungseffekt abzuschließen. "Was macht er jetzt?" informierte sich Günther Jauch bei dem ihm zur Seite stehenden Brandexperten über das Vorgehen von zwei Feuerwehrmännern in dem Simulator, der realitätsnahes 700-Grad-Training in der Flammenbekämpfung ermöglicht.

Der Moderator wusste natürlich, wen er nach erfolgreicher Löscharbeit empfangen würde. Doch das Millionen-Publikum vor den Bildschirmen wird wohl zweimal hingeschaut haben, als die beiden Helm und Atemschutzgerät abnahmen und neben Christian Zedler aus Dissen auch die strahlenden Augen von Feuerwehrfrau Julia Pflugmacher in die Kamera blickten. Die 23-Jährige ist seit zweieinhalb Jahren für die Freiwillige Feuerwehr Meerbusch in der Löschgruppe Strümp im Einsatz. Allein unter Männern.

28 männliche Kollegen zählt die Truppe in Strümp, auch in den anderen Ortsteilen findet sich keine Mitstreiterin. "Für mich kein Problem", sagt Juli Pflugmacher, die einst von ihren Freunden für die Aufgabe begeistert worden war. Jetzt hat sie zwei der wichtigsten drei Lehrgänge hinter sich und durfte schon ihr Können im Fernsehen beweisen. Vor einigen Wochen hat sie mit drei Meerbuscher Florianern eine Übung im "FireTrainer" in Neuss absolviert. Auch dort war sie unter 200 Teilnehmern die einzige Feuerwehrfrau.

Grund genug für Erwin Blaul, Geschäftsführer der Betreiber-Firma des Container-Trucks, sie für die Demonstration bei "Stern TV" (RTL) in Köln zu werben. Für die Sportstudentin wurde es der "spannendste Tag in meinem Leben". Der technische und personelle Aufwand sei einfach gigantisch. "Ständig schwirrte ein persönlicher Betreuer um mich herum", schwärmt die Strümperin. Der Programmpunkt selbst musste wegen einer verspäteten Schaltung zu Leichensezierer Gunther von Hagen abgekürzt werden.

"Eigentlich wollte mich Günther Jauch noch nach meinen aufregendsten Einsatzerfahrungen fragen", berichtet Julia Pflugmacher. Da wäre ihr als erstes der nächtliche Dachstuhlbrand in Osterath eingefallen, bei dem sie in der Dunkelheit gesichert auf dem Dachfirst löschen musste. Und "Günni" ("So nennen ihn alle Kollegen!"), der Traum aller Schwiegermütter? "Der ist super-sympathisch und sehr gut vorbereitet." Klar, dass sie sich ihren Helm nach der Sendung bei einem Kölsch vom TV-Star signieren ließ. Tragen darf sie das von der Trainings-Firma gestellte Stück bei zukünftigen Einsätzen allerdings nicht: Der Helm entspricht nicht der Norm.

(NGZ)
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