Logistik im Rhein-Kreis: Nachwuchs wirbt für Branche

Erstes Treffen in Düsseldorf : Junge Logistiker der Region werben für ihre Branche

Die Logistikbranche beklagt nicht nur einen Fachkräftemangel, sondern hat auch ein Nachwuchsproblem. Immer weniger junge Menschen und Berufseinsteiger können sich für die Branche begeistern und sehen in ihr ihre Zukunft.

Die Ursachen für die Unattraktivität sind vielfältig. Denn woran denken die meisten Leute, wenn das Wort Logistik fällt, als erstes: nur an den Beruf des Lkw-Fahrers und an die anstrengende Arbeit im Lager.

Das behauptet zumindest eine Gruppe junger Menschen, die es wissen muss: Angestellte, Auszubildende und Studenten aus verschiedenen Unternehmen der Region gehen kritisch mit ihrer eigenen Berufsbranche um. Die Gruppe setzte sich jedoch jetzt bei der RP in Düsseldorf erstmalig zusammen, damit der Ruf der Logistikbranche entstaubt und das Gegenteil bewiesen wird, dass es durchaus reizvoll sein kann, in ihr zu arbeiten.

Die Gruppe will sich ab sofort nicht nur mit der Frage „Wie können die Berufsbilder im Bereich der Logistik modern und zielgruppengerecht Berufseinsteigern und jungen Menschen vermittelt werden?“ auseinandersetzen, sondern auch nach Lösungen für das Nachwuchsproblem suchen.

„Das Hauptproblem ist, dass die jungen Leute nicht mehr erreicht werden. Sie verbringen die Zeit nur noch am Smartphone, aber vielleicht kann man ihnen über Kanäle wie Instagram mit Videos die spannenden Gebiete der Logistik zeigen“, schlägt David Gabrysch vor, der bei RheinCargo arbeitet. Genauso sieht es Lilly Lütticke von der Rheinischen Fachhochschule Köln: „Nach meiner Schulzeit hat sich niemand aus der Logistikbranche bei jungen Leuten vorgestellt und für sich geworben. Vielleicht ist es möglich, auf eine flippige Art und Weise bei Instagram oder Snapchat zu zeigen, welche Berufe die Logistik bietet und dass sie in vielen Bereichen auch frauenfreundlich ist – das können sich viele gar nicht vorstellen.“

Bei den Argumenten für Berufe in der Logistik fallen in der Gruppe die Worte „abwechslungsreich“, „Aufstiegschancen“, „zukunftssicher“, „international“, „digital“, „branchenübergreifend“ und „Wachstum“. Weil aber die Branche – nach Meinung der Gruppe – selbst zu wenig für einen Imagewechsel unternimmt, ergreift sie jetzt selbst die Initiative. Sie plant einen eigenen Instagram-Account und „Open doors“ in ihren Betrieben, in denen die Berufe ganz transparent vorgestellt werden sollen. Außerdem will sich die Gruppe in einer Art Stammtisch regelmäßig austauschen und sie hat nichts dagegen, wenn sich ähnliche engagierte Logistiker ihr anschließen.

„Wir wollen Ideen generieren, um junge und dynamische Leute für Jobs in der Logistik zu begeistern. Es ist eine Branche, die wirklich sehr gut wächst. Deshalb versuchen wir, das Bild, das viele von ihr im Kopf haben, zu verändern“, sagt Michel Abé von der RP AdLog GmbH, der Ansprechpartner für Interessenten ist. Sein Kontakt: michel.abe@rheinische-post.de.

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