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Lockdown-Pläne im Rhein-Kreis Neuss: IHK schreibt an Armin Laschet

Corona im Rhein-Kreis Neuss : Lockdown: IHK schreibt an Armin Laschet

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet spricht sich angesichts der hohen Corona-Zahlen für einen „schnellstmöglichen Lockdown“ aus. Alle Geschäfte außer für den täglichen Bedarf sollten bis 10. Januar schließen. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein hat sich schon zuvor mit einem Schreiben an Laschet gewandt.

„Der Schutz der Gesundheit hat sicherlich Priorität“, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. „Auch die Wirtschaft am Mittleren Niederrhein hat ein großes Interesse an sinkenden Infektionszahlen. Allerdings sollten die Maßnahmen dort ansetzen, wo sich die Menschen anstecken.“ Zudem fordert die IHK für diejenigen Branchen, die derzeit geschlossen sind, einen mittelfristigen Fahrplan, wann und in welcher Form wieder mit Erleichterungen zu rechnen ist.

Die IHK befürchtet, dass für viele innerstädtische Einzelhändler ein neuerlicher Lockdown existenzbedrohend wäre. Die jetzige Zeit sei schließlich generell eine umsatzstarke Zeit für den Einzelhandel. „Schließlich werden aus den Umsätzen im November und Dezember normalerweise Liquiditätspolster gebildet“, erläutert Steinmetz. In diesem Jahr ist dies bereits jetzt schon kaum möglich.

Bereits seit Beginn des Teil-Lockdowns Anfang November hat der Einzelhandel mit einer gesunkenen Passantenfrequenz in den Innenstädten zu kämpfen. „Der Blick auf die Einzelhandelsumsatzstatistik von IT.NRW, die steigende Gesamtumsätze ausweist, reicht zu einer vollständigen Beurteilung der Lage nicht aus“, meint Steinmetz. Die Statistik zeige, dass weiter konsumiert werde, aber vor allem bei Einrichtungshäusern, Baumärkten, Fahrradhändlern und im Online-Handel. „In den innenstadtrelevanten Sparten ist die Lage sehr schlecht. Das hat unsere Blitzumfrage von Mitte November gezeigt“, so Steinmetz. Er befürchtet irreparable Schäden für die Innenstädte.

(NGZ)