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Rhein-Kreis Neuss: Lienenkämper tritt erneut an

Rhein-Kreis Neuss : Lienenkämper tritt erneut an

Seit November 2009 ist Ex-Minister Lienenkämper Chef der Kreis-CDU. Im Herbst bewirbt sich der Meerbuscher für eine zweite Amtszeit. Die Neusser CDU unterstützt ihn, fordert aber den Posten des Ersten Stellvertreters für sich.

Die Neusser CDU will sich in der Spitze der Kreispartei aufgewertet wissen. Sie beansprucht das Vorschlagsrecht für den Posten des Ersten Stellvertretenden Vorsitzenden. Da sich der bisherige Amtsinhaber Markus Leßmann (Kaarst) kürzlich zurückgezogen hat, muss der Kreisparteitag im Herbst einen Nachfolger wählen.

Als Favoritin gilt Daniela Leyhausen (44). Die promovierte Rechtsanwältin aus Neuss startete auf Vorschlag des Neusser CDU-Chefs Jörg Geerlings vor zwei Jahren als Seiteneinsteigerin durch. Sie bildete gemeinsam mit Leßmann und dem Grevenbroicher Benedikt Jerusalem das Stellvertreter-Trio Lienenkämpers.

Die Neusser CDU untermauerte ihren Anspruch auf den Posten des Ersten Stellvertreters durch einen offiziellen Vorstandsbeschluss. "Es gibt eine klare Absprache", sagt Geerlings, "dass Neuss als stärkster Stadtverband den Ersten Stellvertreter stellt, wenn der Vorsitzende nicht aus Neuss kommt".

Markus Leßmann sei ein guter Stellvertreter des Neussers Hermann Gröhe gewesen. Als Gröhe zum CDU-Generalsekretär aufstieg, übergab er den Kreisvorsitz an Lutz Lienenkämper (Meerbusch). Die Neusser CDU stellte ihre Ansprüche zurück. "Leßmann hat einen guten Job gemacht", sagt Geerlings, "eine Degradierung wäre unfair gewesen." Nach Leßmanns Rückzug ergebe sich jetzt eine neue Gefechtslage. Geerlings: "Klar ist, dass die Neusser CDU die Kandidatur von Lutz Lienenkämper unterstützt."

Ob die Neusser CDU Daniela Leyhausen als "Vize" ins Rennen schickt, lässt Geerlings offen. Eine offizielle Nominierung erfolge erst im Oktober. Der Vorsitzende bescheinigt seiner Entdeckung aber, als "unbeschriebenes Blatt" gute Arbeit: "Daniela Leyhausen gehörte mit Andreas Hamacher zu den Autoren unseres Schulantrags, der beim Landesparteitag viel Beachtung fand und erfolgreich war."

Auch Kreis-Vorsitzender Lutz Lienenkämper bezeichnet sein Vorstandsteam als "arbeitsfähig". Er selbst wird im November wieder kandieren: "Ich bin nicht nur für zwei Jahre angetreten. Die Bilanz der Kreis-CDU lässt sich vorzeigen. Darauf will ich aufbauen."

Dabei will Lutz Lienenkämper als Chef der Kreis-CDU keinesfalls in die Stadt- und Gemeindeverbände "rein regieren". So kommentiert er auch die jüngsten Turbulenzen in der Neusser CDU sehr zurückhaltend. Die Probleme könnten letztlich nur "vor Ort" gelöst werden. Ratschläge verbieten sich aus seiner Sicht: "Das wären Schläge, kein Rat." Mit Blick auf die schwarz-gelbe Koalition im Neusser Rathaus ("Im Kreis ist die Zusammenarbeit mit der FDP vertrauensvoll") positioniert er sich: "Die Schnittmenge mit der FDP ist doch am Größten."

(NGZ)