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Rhein-Kreis Neuss: Lernklima mangelhaft

Rhein-Kreis Neuss : Lernklima mangelhaft

Nach einer Studie der Bertelsmann-Siftung belegt der Rhein-Kreis Neuss beim Thema "Lernen" den 135. Platz. Untersucht wurden vier Einzelbereiche auf der Grundlage eines Vergleiches unter 144 Landkreisen.

Um die Bedingungen für "lebenslanges Lernen" ist es im Rhein-Kreis Neuss schlecht bestellt. Die Bertelsmann-Stiftung hat in einer bundesweiten Studie einen Deutschen Lernatlas erstellt, in dem die Bildungsvoraussetzungen bewertet werden.

Und dabei landet der Rhein-Kreis in seiner Vergleichsgruppe "Kreise im verdichteten Umland" unter den letzten Zehn, belegt den 135. Rang (von 144). Den ersten Platz belegt mit 71,99 Punkten der Landkreis Bamberg; der Rhein-Kreis hat 39,97 Punkte, der letztplatzierte Landkreis Lippe 33,58 Punkte.

Sinn der Studie ist eine Abbildung der Lernvoraussetzungen, die in der Region und den Städten zur Verfügung stehen, "um wirtschaftlich und sozial erfolgreich zu sein". Dafür wurden vier Kategorien gebildet: "Schulisches Lernen", "Berufliches Lernen", Soziales Lernen und "Persönliches Lernen". In allen vier Bereichen liegen die Werte für den Rhein-Kreis deutlich unter dem Durchschnitt in der Vergleichsgruppe und auch unter dem für ganz Deutschland.

Allerdings, so wird in der Studie auch festgehalten, sei zu beachten, dass "das Lernprofil nicht alle kommunalspezifischen Lerngegebenheiten berücksichtigen kann und lediglich eine erste Einschätzung der Lernbedingungen vor Ort bietet".

In der Einzelplatzierung belegt der Rhein-Kreis beim "Schulischen Lernen" den 127. Platz. Untersucht wurden dafür etwa Kompetenzen im Lesen (Grundschule) und in Englisch wie auch die Zahl der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss und die der jungen Bevölkerung (25-34 Jahre) mit Hochschulabschluss ermittelt. Der Rang wurde nach insgesamt zehn Unterpunkten berechnet.

Im Bereich "Berufliches Lernen" ist der Kreis auf dem 138. Platz gelandet. Zehn Unterpunkte wurden drei Kategorien "Berufliche Ausbildung", "Berufliche Weiterbildung" und "Lernförderliche Arbeitsumgebung" eingeordnet. Bei den "Jungen Menschen ohne Aussicht auf einen Ausbildungsplatz" schneidet der Rhein-Kreis mit einem Index von 3,76 in der Vergleichsgruppe mit dem Durchschnitt von 1,33 und dem Platz 138 ziemlich schlecht ab, im Punkt "Beschäftigte, die im Beruf häufig vor neue Aufgaben gestellt werden" dagegen mit Platz 31 vergleichsweise gut.

Beim "Sozialen Lernen" liegt der Rhein-Kreis auf dem 113. Platz. Berechnet wurde da unter den Stichpunkten "Soziales Engagement", was auch die Frage nach der Bereitschaft zur Knochenmarkspende (Platz 85) und das Engagement in der Freiwilligen Feuerwehr (134) beinhaltet, "Politische Teilnahme" (etwa mit Parteimitgliedschaft: Platz 47) und "Soziale Integration" mit dem einzigen Merkmal "Einrichtungen in der Jugendarbeit" (Platz 49).

Der Bereich "Persönliches Lernen" (Platz 127) ist unterteilt in "Persönliche Weiterbildung" etwa mit VHS-Kursen (kein Einzel-Ranking, aber der Index liegt jeweils unter dem Durchschnitt in der Vergleichsgruppe), "Kulturelles Erleben" ( (Museumsbesucher: Platz 91, Theatergänger: Platz 79), "Sport und Erholung" mit der Zahl der Sportvereine (Platz 130) und "Lernen durch Medien" – etwa mit "Neigung zum Bücherlesen" (Platz 32).

Zur Erhebung der Daten hat die Bertelsmann-Stiftung unter anderem eigene Berechnungen angestellt, aber auch Daten der Statistischen Landesämter, der Pisa-Studie, VHS-Statistiken, aus dem Mikrozensus und Infratest-Befragungen ausgewertet.

Für den Kreiskultur- und Schuldezernenten Tillmann Lonnes ergeben sich aus der Studie indes auch Fragen und Unstimmigkeiten. So widersprächen etwa die Statistiken von IHK und anderen dem schlechten Ergebnis der Studie zum Thema Ausbildungsplatz. "Wir werden uns mit der Studie sehr intensiv und konkret befassen", sagt er.

(NGZ/rl)