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Landratswahl im Rhein-Kreis: SPD und Grüne vereinbaren Wahlkampfhilfe

Landratswahl 2020 im Rhein-Kreis Neuss : SPD und Grüne vereinbaren Wahlkampfhilfe im Kreis

SPD und Grüne wollen den Wechsel im Kreishaus herbeizwingen und bündeln dazu die Kräfte. Sollte es im September zu einer Stichwahl gegen Amtsinhaber Hans-Jürgen Petrauschke kommen, sichern SPD und Grüne dem verbleibenden Herausforderer – sofern er aus ihrem „Lager“ kommt – ihre aktive Unterstützung zu.

Der Text einer entsprechenden Vereinbarung beschäftigte am Mittwochabend die Mitgliederversammlung der Grünen im Kreis, die im Berufsbildungszentrum Hammfelddamm auch die 33 Kandidaten für die zum Teil neu zugeschnittenen Direktwahlkreise bestimmte. Die SPD soll am Donnerstag, 4. Juni, nachziehen, wenn um 18 Uhr in der Dreifachturnhalle des BBZ Hammfelddamm der SPD-Kreisverband seinerseits die Wahlkreise besetzt und – was die Grünen schon erledigt haben – die Reserveliste festlegt.

SPD-Landratskandidat Andreas Behncke hatte schon beim Parteitag der Neusser Genossen am Dienstagabend auf die Vereinbarung hingewiesen. „Wir müssen den Wechsel beim Landrat jetzt schaffen“, sagte er, weil, wie er scherzhaft hinzufügte, „sonst der Nexit droht“, also der Ausstieg der Stadt Neuss aus der Kreisgemeinschaft. Für den Fall, dass es ihm gelingt, Petrauschke abzulösen, kündigte Behncke an: „Das Verhältnis zwischen Stadt und Kreis wird sich deutlich entspannen.“

Auch Bündnis 90/Die Grünen, so heißt es in dem Beschlusstext für die Mitgliederversammlung, sieht „in der Ablösung des bisherigen Landrates ein wichtiges Wahlkampfziel für die anstehende Kreistagswahl“. „Aus unserer Sicht ist hierfür Christian Gaumitz der geeignetste Kandidat“, sagt Grünen-Vorstandssprecher Simon Rock. Sollte es Gaumitz in die Stichwahl schaffen, erwarte seine Partei von der SPD, dass sie diesen nach Kräften unterstützt, würde dies aber auch im umgekehrten Fall zusichern.

Die Idee zu dieser Vereinbarung wurde erst vor kurzem geboren. Der SPD-Vorstand habe sich vergangene Woche erstmals damit beschäftigt, sagt der Kreisvorsitzende Daniel Rinkert. Man habe Zustimmung signalisiert, sagt Behncke am Dienstag in Neuss. Dem Stadtverband stellte der Landratskandidat bei der Gelegenheit auch in Grundzügen seine Kampagne vor. Die ist zweigleisig angelegt, so dass im Fall einer zweiten Corona-Welle auf „rein digital“ umgestellt werden kann. Behncke gab aber zu, dass ihm ein klassischer Wahlkampf lieber wäre.