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Schloss Dyck: Pianistin Aleksandra Mikulska beindruckt ihr Publikum

Konzert im Rhein-Kreis : Pianistin beeindruckt ihr Publikum

Bereits zum sechsten Mal gestaltete die Pianistin Aleksandra Mikulska (41) ein Dycker Schlosskonzert mit einer Klaviermatinee – und es spricht für sie, dass der schöne Saal im Hochschloss ausverkauft war.

Die in Warschau geborene Polin lebt seit 1997 in Deutschland, engagiert sich für den kulturellen Brückenbau zwischen Deutschland und ihrem Heimatland, besonders aber als Präsidentin der Chopin-Gesellschaft für die Förderung der Musik Frédéric Chopins. Gleichwohl begann sie auf Schloss Dyck – quasi zum Einspielen – mit zwei einsätzigen Sonaten von Domenico Scarlatti, bevor sie das Variationenwerk über ein Menuett von Jean Pierre Duport, das Wolfgang Amadeus Mozart 1789 in Berlin schrieb, folgen ließ.

Die Schönheit und formale Kultur dieses vollendeten Spätwerkes würdigte die Pianistin ebenso vollkommen. „Mein Programm umfasst mehrere Stilepochen“, hatte die auch als Diplom-Musiklehrerin ausgebildete Klavierdozentin – sie unterrichtet als Professorin in ihrem Fach an der Carl-Maria-von-Weber-Hochschule für Musik in Dresden – in ihren ausführlichen Einführungen gesagt. So war die „Ungarische Rhapsodie Nr. 11“ von Franz Liszt keineswegs eine Überraschung. Eine rhythmisch freie Introduktion lässt von Zymbal-Phrasen träumen, bevor wuchtige Passagen und ein ungestümes Czárdás-Finale das Instrument an seine Grenzen führte.

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Ein Kölner Pianogeschäft hatte den Bösendorfer Flügel kostenlos in den Saal des Hochschlosses gestellt, um ihn von einer „hochkarätigen Pianistin“ einspielen zu lassen. Das kam den beiden Klavierwerken von Johannes Brahms zugute, darunter das beliebte „Intermezzo A-Dur, für Clara“. Fortwährende liedhafte Bewegungen schaffen ein fast meditatives Szenario, das nur selten zum leidenschaftlichen Ausbruch führt. Zum Finale spielte die Mikulska natürlich ihren Landsmann Frédéric Chopin. Neben Mazurken aus Opus 30 waren dies Préludes, das lyrisch alleinstehende Opus 45 in cis-Moll sowie fünf Präludien aus Opus 28. Zur Einführung zitierte die Künstlerin Robert Schumann: „Chopins Werke sind unter Blumen versenkte Kanonen.“ Klanglich reichen die vulkanischen Werke vom Trauermarsch in c-Moll (Nr. 20) bis zur heroischen Deklamation in d-Moll (Nr. 24): Ein Absturz über mehr als fünf Oktaven kulminiert in drei Kanonenschüssen. Für sehr lebhaften Beifall bedankte sich die Pianistin mit zwei Zugaben.