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Neuss: Erfolgsoper "La Bohème" auf dem Freithof präsentiert

Inszenierung in Neuss : Eine Erfolgsoper im „Espresso-Format“

„Music to go“ präsentierte die Oper „La Bohème“ von Giacomo Puccini vor – coronabedingt – 480 Zuschauern auf dem Freithof vor dem Neusser Zeughaus.

Während im August 2019 knapp 1000 Zuhörer der Open-Air-Oper „La Traviata“ von Guiseppe Verdi folgen konnten, durften in diesem Jahr coronabedingt nur 480 Stühle auf den Freithof gestellt werden. „Die waren schon eine Stunde vor Vorstellungsbeginn nahezu vollständig besetzt“, sagten Gregor Duschkin, der Leiter von „Music to go“, und Thomas Werz vom Veranstalter Neuss-Marketing.

„Music to go“ präsentierte die Erfolgsoper „La Bohème“ von Giacomo Puccini. Der nach Verdi bedeutendste italienische Opernkomponist war von dem Stoff fasziniert, nachdem er Henri Murgers berühmtestes Werk „Scènes de la vie de bohème“ gelesen hatte. Die vier großen Partien der Oper – der arme Dichter Rodolfo, der ebenso mittellose Maler Marcello sowie die Freundinnen Mimi und Musetta – begegnen sich im Pariser Künstlermilieu um 1830. Zwischen Liebe und Leidenschaft haben sie vor allem den Wunsch nach einem besseren Leben. Diese Lovestory macht neben Puccinis großartigen Melodien die Oper seit 120 Jahren zum Erfolg. Der Düsseldorfer Komponist Raphael D. Thöne hat einmal mehr für „Music to go“ das Meisterwerk für vier Opernsänger und Streichquartett arrangiert, er erhält alle Arien und schreibt 1500 Takte Musik attraktiv für Quartett als Oper im Espresso-Format „herunter“. Die „Music to go“-Intendantin Désirée Brodka, die auch die Inszenierung verantwortet, singt mit ihrem strahlenden Sopran normal selbst. Wegen einer Stimmbandentzündung konnte sie nicht einmal die Moderation übernehmen. Für sie sprang die Schauspielerin Stefanie Breuer ein, die nicht nur das Geschehen launig moderierte, sondern die Zuhörer begrüßte: „Endlich wieder ein richtiges, echtes Publikum, hurra!“

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Brodka sorgt ausnahmslos für Top-Besetzungen: Diesmal sang die Mimi mit dramatischem Sopran Zinzi Frohwein, gleichwertig war die Koloratursopranistin Rosha Maura Fitzhowle (Musetta), wie auch der jugendliche Heldentenor Daniel Pataky (Rodolfo) und der fulminante Bariton Agris Hartmanis (Marcello). Den Ansprüchen einer exzellenten Aufführung genügte auch vollkommen das Streichquartett mit Laura Knapp (1. Violine), Antonia Mallach (2. Violine), Maria Zemlicka (Viola) und Dan Zemlicka (Violoncello). Weil Puccinis „La Bohème“ durchweg schwierig zu interpretieren ist, gab es diesmal mit Han Gyul Song einen sehr zuverlässigen Dirigenten. So wurde bereits im ersten Akt „Che gelida maruna“ (Rodolfo mit hohem C) und das anschließende Duett mit Mimi „O saove fanciulla“ zu einem der von starkem Zwischenapplaus begleiteten Höhepunkte.