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Kreistagswahl: SPD Neuss schickt Fischer, Holler, Servor aufs Altenteil

Nominierung der Kreistagskandidaten : SPD Neuss plant das Aus für Kreistags-Trio

Stadtverband nominiert heute. Fischer, Holler und Servos spielen nur Nebenrollen.

Vor Wochenfrist gab es zum Jubiläum Urkunde und Beifall: 25 Jahre gehört Harald Holler (70, SPD) dem Kreistag an. Der Abgeordnete aus Grimlinghausen wusste da noch nicht, dass die Ehrung durch den Landrat auch eine vorgezogene Verabschiedung sein könnte. Holler wird, wenn es nach dem Willen der Neusser SPD-Granden geht, nach der Kommunalwahl 2020 nicht in den Kreistag zurückkehren.

Dieses Schicksal droht Holler mit seinen Neusser Parteifreunden Horst Fischer (75) und Gertrud Servos (66) zu teilen, die ebenfalls nicht oder nicht in aussichtsreicher Position auf dem Personaltableau stehen, das am heutigen Donnerstag der große Stadtverband nominieren soll. Die offizielle Aufstellung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt durch den Kreisverband.

Harald Holler ist 70 Jahre alt. Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

Von Sascha Karbowiak gibt es auf Anfrage weder Bestätigung noch Dementi: „An personellen Spekulationen beteilige ich mich nicht.“ Der Neusser SPD-Chef sagt aber, er werde einen Entwurf vorlegen, der Frauen und Männer sowie Junge und Ältere berücksichtigt: „Der Stadtverbandsvorstand und die Vorsitzenden aller  Ortsvereine sind diesem Vorschlag einstimmig gefolgt.“

Beobachter gehen davon aus, dass die vier Neusser Topplätze auf der Reserveliste – sie gelten als sehr aussichtsreich – allesamt von Neulingen im Geschlechterwechsel besetzt werden sollen: Andrea Jansen und Manuela Lachmann sowie Stefan Schmitz und Leif Lüpertz. Somit würden die Ehefrauen von zwei Neusser Spitzengenossen – Fraktionschef Arno Jansen und Beigeordneter Holger Lachmann – in die operative Kommunalpolitik gehen. Stefan Schmitz arbeitet als Referent für die Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) in NRW; Leif Lüpertz war schon stellvertretender SPD-Chef in Neuss.

Horst Fischer (75), Rosellen, ist Vize-Landrat. Foto: Woitschuetzke,Andreas (woi)

Dass sich das ausgebootete Kreis-Trio – Vize-Landrat Fischer (seit 1999 im Kreistag), Holler (seit 1994) und Servos (seit 1989) – freiwillig aufs politische Altenteil begeben, ist unwahrscheinlich. Widerspruch formuliert zumindest Gertrud Servos, die einflussreiche Awo-Vorsitzende: „Ich würde gern weiter machen.“ Dafür will sie, die sich als Rollstuhlfahrerin auch als Vertreterin der behinderten Menschen sieht, heute kämpfen.

Für Harald Holler soll, so ist zu hören, der ehemalige Neusser SPD-Vize Joachim Wolff den Wahlkreis Grimlinghausen/Uedesheim übernehmen. Kreistagsabgeordneter Rainer Schmitz, auch Schriftführer im SPD-Vorstand, möchte wieder antreten. Karbowiak: „Mit allen Betroffenen habe ich gesprochen. Es wird niemand überrascht.“