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Rhein-Kreis Neuss: Kreistag diskutiert Metropolregion

Rhein-Kreis Neuss : Kreistag diskutiert Metropolregion

Die Metropolregion Rheinland ist eine Chance, darin sind sich die Fraktionen im Kreistag im Grunde einig. Umstritten sind jedoch die nächsten Schritte auf dem Weg zum großen Städtebündnis, das ein Gegengewicht zur bereits gestarteten Metropole Ruhr sein soll.

Eine kommunale Neugliederung, mit der Mitte der 1970er Jahre die Grenzen von Städten und Kreisen neu gezogen wurden, gehört nicht dazu, darin waren sich die Fraktionen in der Kreistagssitzung gestern in Grevenbroich einig. CDU-Fraktionsvorsitzender Dieter Welsink gab das auch noch einmal ausdrücklich zu Protokoll.

Unterschiedliche Auffassungen gibt es in der Frage, wie der Rhein-Kreis grundsätzlich mit seinen Nachbarn umgehen soll. Die SPD hat eine Sondersitzung des Kreistages im November, spätestens im Januar beantragt, um das Thema zu diskutieren. SPD-Fraktionschef Rainer Thiel kritisiert, dass das Thema Metropolregion bislang nur von den Hauptverwaltungsbeamten, nicht aber von der Politik getrieben werde. Der "Regio-Gipfel" heute sei dafür das beste Beispiel.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke hingegen sieht die Politik schon in Kürze am Zug: Mit dem gestern im Kreistag einstimmig beschlossenen Beitritt des Kreises zu einer "Regionalen Arbeitsgemeinschaft" mit Düsseldorf und dem Kreis Mettmann werde eine erste Struktur geschaffen, in der auch Vertreter der Kreistagsfraktionen eingebunden seien.

Für Christian Will (CDU) ist die neue Arbeitsgemeinschaft ein Garant dafür, dass der Rhein-Kreis mit Düsseldorf und dem Kreis Mettmann auch in einer Metropolregion, zu der unter anderem die Regionen Köln/Bonn und Aachen zählen könnten, das nötige Gewicht behält. Vor knapp einem Jahr hatten sich die Spitzen der Städte und Kreis im Rheinland am Rande der Immobilien-Messe Expo Real in München darauf verständigt, über eine Metropolregion zu verhandeln.

Der Anstoß kam von den Industrie- und Handelskammern. SPD und Grüne, aber auch die UWG/Aktive sehen zwar den Nutzen, fürchten aber auch, dass sich der Kreis angesichts seiner vielen Nachbarschaftsbeziehungen (Region Köln/Bonn, Standort Niederrhein, Euregio) "verzetteln" könnte. Grünen-Fraktionschef Erhard Demmer fragt sich zudem, wie die Metropolregion mit strittigen Themen, etwa der Konkurrenz der Flughäfen Düsseldorf und Köln umgehen wird: "Das wird keine Sonntagsveranstaltung." CDU-Fraktionschef Welsink sieht das anders: Die breite Vernetzung des Kreises in der Region sei ein Erfolgsmodell, auf dem die wirtschaftliche Stärke des Kreises beruhe.

(NGZ/rl)