Kreisarchiv stellt Buch über Landräte und Oberkreisdirektoren vor

Buchvorstellung in Zons : Auf 460 Seiten alles Wissenswerte über die Landräte

Das Archiv des Rhein-Kreises hat ein Buch über die „Spitzen“ der Kreisverwaltung herausgebracht. 30 Porträts von 1816 bis in die Gegenwart.

Herr Schröder, 460 Seiten mit Informationen über die ehemaligen Landräte und Oberkreisdirektoren – woher kam die Idee?

Stephen Schröder Die Idee zum Buch ist im Zuge unserer Vorbereitungen für das „Kreisjubiläum“ 2016 entstanden, als sich die Einrichtung preußischer Kreise in unserem Raum zum 200. Male jährte. Rasch haben meine Kollegen und ich damals realisiert, dass über die Landräte und Oberkreisdirektoren als die entscheidenden Akteure der Kreisverwaltung nur vereinzelt valide Informationen in Form zusammenhängender Abhandlungen vorhanden waren. Über viele Landräte wussten wir ausgesprochen wenig. Das wollten wir ändern und haben fortan überlegt, wie wir ein solches Projekt realisieren können.

Wie sind Sie und die 15 Autoren vorgegangen?

Schröder Da über viele der zu behandelnden Akteure kaum oder gar keine verlässliche Literatur vorhanden war, haben sich die meisten Autoren auf die Auswertung der Primärquellen gestützt, zum Beispiel auf zeitgenössische Zeitungen oder eben auf Archivgut. Vor allem für die Zeit bis 1945 lagert das relevante Archivgut tatsächlich nur zu einem geringen Teil im Archiv im Rhein-Kreis Neuss. Häufig ist die relevante Überlieferung über mehrere Archive nicht selten in ganz Deutschland verstreut.

Wo liegt der Schwerpunkt bei den einzelnen Porträts?

Schröder Bei allen Porträts bildet das Wirken im und für den Rhein-Kreis Neuss und seine Rechtsvorgänger einen Schwerpunkt der Darstellung. Je nach individuellem Berufs- und Lebensweg wird dieser ergänzt durch Informationen über die Familie, Herkunft, Ausbildung sowie über den früheren oder späteren Werdegang des Porträtierten. Soweit ermittelbar gehen die Porträts auch auf besondere künstlerische oder wissenschaftliche Neigungen oder auf die weltanschauliche Verortung der Person ein. Letztlich geht es immer darum, ein möglichst detailliertes Gesamtbild zu zeichnen.

Warum ist das Buch nicht nur Lesestoff für Geschichtsinteressierte?

Schröder Da gibt es mehrere Gründe. Zum einen handelt das Buch ja nicht nur von lange Vergangenem, sondern zieht die Linie ganz bewusst bis in unsere Zeit. Dementsprechend werden auch aktuelle Themen wie Braunkohletagebau oder Digitalisierung angesprochen. Zum anderen geht es ja um Menschen. Wer das Buch aufmerksam liest, wird auch viel über deren Schicksal erfahren. Manche Schicksale waren günstiger, andere weniger günstiger Natur. Schließlich enthält das Buch, auch wenn es in erster Linie ein Textbuch ist, eine Vielzahl interessanter und teils auch bislang unbekannter Abbildungen.

Info Buchvorstellung, 23. Januar, 19 Uhr, Nordhalle Kreiskulturzentrum Zons