Rhein-Kreis Neuss: Kreis zahlt 40 Millionen für Zukunft seiner Krankenhäuser

Rhein-Kreis Neuss: Kreis zahlt 40 Millionen für Zukunft seiner Krankenhäuser

Die Gesellschaft ist gegründet, drei Geschäftsführer bestellt, die Gremien besetzt - nun beginnt die Arbeit, an deren Ende die finanzielle Sanierung der Kreiskrankenhäuser stehen soll, um sie mit dem städtischen Lukaskrankenhaus in Neuss zu fusionieren und somit weiterhin medizinische Versorgung der Menschen im Kreisgebiet auf hohem Niveau zu garantieren.

Dafür muss der Rhein-Kreis tief in die Kasse greifen. Mit 25 Millionen Euro Eigenkapital bringt er seine neue Kliniken GmbH an den Start; hinzu kommen die Verluste in Höhe von knapp 15 Millionen Euro, die in den vergangenen beiden Jahren die beiden Häuser in Dormagen und Grevenbroich erwirtschaftet haben: macht im ersten Schritt einen Finanzbedarf von 40 Millionen Euro erforderlich, um die beiden Kreiskrankenhäuser in kommunaler Trägerschaft zu retten.

Die gebotene Umstrukturierung ist eingeleitet, damit bessere medizinische und betriebswirtschaftliche Ergebnisse möglich werden. Ein mit externen Experten besetzter Aufsichtsrat sollte es nach Vorstellung der CDU/FDP-Koalition richten. Am Ende gelang es Schwarz-Gelb jedoch nicht, sich mit der Opposition auf diese Linie zu einigen. SPD und Grüne besetzten die beiden ihnen zustehenden Sitze wie gehabt mit Kreistagsabgeordneten, mit Rainer Thiel (SPD) und Susanne Stephan-Gellrich (Grüne).

  • Rhein-Kreis Neuss : Kreiskrankenhäuser werden GmbH

Die Koalition blieb sich gestern im Kreisausschuss treu und entsendet mit Wilfried Jacobs (73, Ex-Chef AOK Rheinland/Hamburg), Dorothee Prütting (68, Ex-Chefin des Fachbereichs Krankenhäuser im NRW-Gesundheitsministerium) und Otto Eggeling (59, Chef Evangelisches Klinikum Niederrhein, Duisburg) drei Fachleute. Der sechste Platz geht qua Amt an Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Die Vorsitzenden des neuen GmbH-Betriebsrates und des Gesamtpersonalrates beim Kreis sind "eingeladen", als beratende Mitglieder im Aufsichtsrat mitzuwirken. Diese Regelung gilt zunächst für fünf Jahre. Da der Kreis in seine neue Kliniken-GmbH auch seine beiden Seniorenheime in Grevenbroich und Korschenbroich ausgliedern wird, begleitet künftig ein (Informations-)Beirat die Kliniken-Gesellschaft. Beiratsvorsitzender soll Peter Cremerius, Jahrgang 1953, werden. Der niedergelassene Internist aus Grevenbroich, der 2012 als FDP-Bewerber für den Landtag kandidierte, ist als Grevenbroicher Schützenpräsident bekannt.

(-lue)
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