Rhein-Kreis Neuss: Kreis stark bei Produktivität und Kaufkraft

Rhein-Kreis Neuss : Kreis stark bei Produktivität und Kaufkraft

Rhein-Kreis laut regionalwirtschaftlichem Profil der NRW.Bank in vielen Bereichen top, Durchschnittsalter jedoch über NRW-Schnitt.

Die NRW.Bank hat ihre regionalwirtschaftlichen Profile erweitert und liefert neue Zahlen zur wirtschaftlichen Dynamik im Land. Vorstandsvorsitzender Eckhard Forst betont die Bedeutung der detaillierten Aufstellung: "Entscheidungsträger in den Regionen und der Landespolitik erhalten damit hilfreiche Informationen, mit denen sie ihre Wirtschafts- und Strukturpolitik weiterentwickeln können." Vor allem aber liefern die regionalwirtschaftlichen Profile interessante Einblicke in Status quo und Perspektiven der unterschiedlichen Regionen. Der Rhein-Kreis Neuss, der zur Region Niederrhein zählt, fällt in dieser aus dem Rahmen. Das liegt zu einem Großteil an der geografischen Lage zwischen Düsseldorf und dem Ballungsraum Köln/Bonn.

Während Akademiker am Niederrhein mit 15,1 Prozent der Bevölkerung insgesamt seltener als im Landesdurchschnitt (15,9 Prozent) anzutreffen sind, liegt diese Quote im Rhein-Kreis Neuss mit 17,9 Prozent deutlich höher. Laut des regionalwirtschaftlichen Profils macht die Nähe zu Düsseldorf den Rhein-Kreis zu einem attraktiven Wohnort für Akademiker. Und: Der Rhein-Kreis ist neben dem Kreis Kleve die Niederrhein-Teilregion, die am stärksten wächst. Für die kommenden Jahre wird mit einem weiteren Bevölkerungsanstieg gerechnet - zugleich wird das sogenannte Arbeitskräftepotenzial laut des regionalwirtschaftlichen Profils allerdings in allen Regionen zurückgehen. Der Grund: Die Babyboomer-Generation - also die zwischen 1955 und 1965 geborenen Bürger - steuert auf das Rentenalter zu.

Diese Generation macht am Niederrhein einen großen Anteil an der Bevölkerung aus, die mit im Schnitt 44,5 Jahren ohnehin die zweitälteste aller neun Wirtschaftsregionen in NRW ist. Nur im Ruhrgebiet sind die Bürger im Durchschnitt (44,6 Jahre) älter, landesweit beträgt er 44,0 Jahre. Das toppt der Rhein-Kreis allerdings. "Das Durchschnittsalter dort beträgt 44,7 Jahre", sagt Caroline Gesatzki, Sprecherin der NRW.Bank.

Für die Region Niederrhein wird bis Ende der 1920er Jahre mit einem Bevölkerungsanstieg gerechnet. Der Rhein-Kreis dürfte jedoch länger wachsen. Für die Region Düsseldorf wird bis 2040 gar ein Bevölkerungszuwachs von 6,2 Prozent prognostiziert - davon dürfte auch der Rhein-Kreis profitieren. Die Ausgangslage ist gut: Die Kaufkraft am Niederrhein ist höher als im Landesschnitt - und das liegt vor allem am Rhein-Kreis Neuss. Dessen Kaufkraft gehört zu den höchsten des Landes - sowohl je Einwohner als auch je Haushalt. Auch das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf - ein wichtiger Wohlstandsindikator - liegt im Rhein-Kreis deutlich über dem Landesschnitt. Laut des regionalwirtschaftlichen Profils der NRW.Bank liegt es pro Arbeitsstunde bei 65,30 Euro - der NRW-Schnitt beträgt 52,90 Euro. Das Bruttoinlandsprodukt pro Arbeitsstunde gilt als eine Maßzahl für Produktivität - und landesweit ist die Produktivität demzufolge lediglich in den Städten Bonn und Düsseldorf höher als im Rhein-Kreis.

Zugleich liegt die Arbeitslosenquote im Rhein-Kreis Neuss deutlich unter dem Landesschnitt.

(abu)
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