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Kreis Neuss - VRR und NVR teilen sich Machbarkeitsstudie zur neuen S-Bahn

Verkehr im Rhein-Kreis Neuss : VRR und NVR teilen sich Machbarkeitsstudie zur neuen S-Bahn

Die Machbarkeitsstudie kommt. Die Verkehrsverbünde VRR und NVR teilen sich den Auftrag. Die Kosten in Höhe von 800.000 Euro sollen aus Strukturmitteln finanziert werden. Großer Konsens im Kreisausschuss: Alle loben das Projekt.

Die Machbarkeitsstudie zur neuen S-Bahn-Linie durchs Rheinische Revier nach der sogenannten Y-Variante mit den Start- und Zielorten Aachen, Düsseldorf und Köln kommt. Diese Mitteilung machte am Mittwoch im Kreisausschuss der Abgeordnete Heiner Cöllen. Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion bezog sich dabei auf eine Information durch den Vorstand des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR), Ronald R. F. Lünser, vom Morgen. Danach werden sich der VRR und der Nachbarverbund Nahverkehr Rheinland (NVR) die Machbarkeitsstudie teilen. Der VRR beauftragt den Abschnitt Bedburg – Grevenbroich – Neuss – Düsseldorf, der NVR die Verbindung Bedburg – Jülich – Aachen.

Die gute Nachricht fand im Kreisausschuss ungeteilte Zustimmung. So viel politischer Konsens ist selten. Laut Lünser wurde das Vorhaben bereits mit dem NVR abgestimmt und die Bereitschaft zur Realisierung der Machbarkeitsstudie der Stadt Grevenbroich auch schon schriftlich mitgeteilt. Experten schätzen die Kosten für die Studie auf rund 800.000 Euro. VRR und NVR als Projektträger streben eine Finanzierung aus dem Strukturmittel-Topf an. Ein entsprechender Antrag bei der Zukunftsagentur Rheinisches Revier (ZRR) wird gestellt, die hat das S-Bahnprojekt bereits in ihr Wirtschafts- und Strukturprogramm aufgenommen. Das bestätigte in der Sitzung noch einmal Kreisdirektor Dirk Brügge, der zudem über Anstrengungen informierte, das neue S-Bahn-Netz ins Verfahren des Bundesgesetzgebers zu verankern. Auch wenn eine Machbarkeitsstudie ergebnisoffen ist und Dieter Welsink als CDU-Chef im Kreistag zu Recht von einer „Blackbox“ spricht, so nährte der gestrige Tag die Hoffnung, dass eine über Jahrzehnte geschriebene „endlose Geschichte“ nun doch noch zu einem Happy End führt: eine schnelle, bequeme S-Bahn-Vernetzung des Rheinischen Reviers inklusive der Kreiskommunen Neuss und Grevenbroich mit den benachbarten Oberzentren. Für diese Idee hatte sich insbesondere die SPD-Fraktion mit ihrem Vorsitzenden Rainer Thiel immer wieder eingesetzt – bis in die Gegenwart hinein vergeblich.

So warf Thiel gestern auch Landrat Petrauschke mangelnde Unterstützung in dem Prozess vor. Erst Heiner Cöllen gelang es, die Hängepartie zu beenden. Mit seiner Idee, von Bedburg aus einen neuen Abzweig durchs Tagebau-Gelände nach Aachen zu schaffen, gab er der alten SPD-Initiative neuen Rückenwind, den er noch dadurch verstärkte, in dem er auch die Anregung der Grünen aufnahm, die neue Trassenführung nicht nur für die S-Bahn, sondern auch für den Güterverkehr zu nutzen. Nach Auffassung von Cöllen bietet sich so die große Chance, den sogenannten „Eisernen Rhein“ zu entlasten und den Warenaustausch zwischen dem Seehafen Antwerpen und dem Binnenhafen Neuss auf der Schiene zu verbessern.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke wies die Vorwürfe zurück. Er habe sich sehr wohl für S-Bahn-Initiativen eingesetzt, allein sie seien nicht wirtschaftlich. Er freue sich, dass das Thema jetzt Fahrt aufnehme. Bereits am 31. März finde auf Einladung der Verkehrsverbünde VRR und NVR ein „Gipfeltreffen“ statt, zu denen auch die Landräte des Rhein-Kreises, des Rhein-Erft-Kreises und des Kreises Düren eingeladen seien. Ob die „sich für zuständig erklärten Städte“ auch eingeladen werden könnten, werde zur Zeit noch geprüft.

Ludger Baten kommentiert hier: Lösungen für die Menschen – endlich!