Rhein-Kreis Neuss: Kreis knüpft Kontakte in London

Rhein-Kreis Neuss : Kreis knüpft Kontakte in London

Die Handelskontakte sind alt und gewachsen. 220 britische Firmen haben eine Niederlassung im Kammerbezirk der IHK Mittlerer Niederrhein; einige von ihnen im Rhein-Kreis. "Kontakte wollen gepflegt sein", sagt Roland Meisner.

Darum organisierte der IHK-Geschäftsführer gestern einen Termin bei der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer in London.

Hans-Jürgen Petrauschke, Jörg Geerlings, Dr. Ulrich Hoppe, Deutsch-britische Industrie- und Handelskammer in London, Jürgen Steinmetz, Roland Meißner (v.l.). Foto: Baten, Ludger

Hauptgeschäftsführer Ulrich Hoppe empfing Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und weitere Kreis-Vertreter zu einem eineinhalbstündigen Gedankenaustausch. Hoppe, der mit 20 Mitarbeitern rund 10 000 Wirtschaftsanfragen jährlich bearbeitet, betonte, dass internationale Beziehungen für einen Exportstandort wie Deutschland unerlässlich seien. Im Rhein-Kreis beträgt die Exportquote nahezu 60 Prozent. "Vor diesem Hintergrund zeigen wir während der Olympischen Spiele in London Flagge", sagt Jürgen Steinmetz, "für die Wirtschaft und für den Sport."

Den gestrigen "Wirtschaftstag" im Reiseprogramm rundete ein Besuch der weltweit einzigen Metallbörse in London ab. Der Rhein-Kreis ist wie schon zu den Olympischen Spielen in Peking offizieller Partner im Deutschen Haus. Heute gibt er dort einen Empfang. Erwartet wird unter anderem Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbunds.

Am Freitag richtet der Rhein-Kreis für die Sportjugend einen weiteren Empfang mit vielen Gästen aus. Etwa 50 Jugendlichen aus dem Rhein-Kreis wird über ein Jugend-Camp das Erlebnis Olympia ermöglicht. NRW-Kulturministerin Ute Schäfer wohnt im selben Hotel wie die Kreis-Neusser. Sie lachte, als Landrat Petrauschke ihr von der SPD-Kritik am Kreis-Engagement in London berichtete: "Ich weiß dafür, wer die Landesregierung demnächst wieder mit kleinen Anfragen beschäftigen wird."

Die Kreis-SPD hatte die Ausgaben von 10 000 Euro für den Olympia-Auftritt mit zwei Empfängen in Zeiten knapper öffentlicher Gelder erneut kritisiert. Während Vize-Landrat Jürgen Steinmetz mit Unverständnis reagierte ("Es gibt einen einstimmigen Beschluss im Sport- und Kreisausschuss"), bewertet Lutz Lienenkämper die Kreis-Initiative positiv: "Das Engagement scheint mir sinnvoll und erfolgreich zu sein." Der ehemalige NRW-Bauminister und Vorsitzende der Kreis-CDU, der während seines Urlaubs angereist ist, wollte sich zur Kritik nicht äußern: "Meine Privatreisen kommentiere ich nicht."

(NGZ/rl)
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