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Rhein-Kreis Neuss: Kreis ist "Region der Chancen"

Rhein-Kreis Neuss : Kreis ist "Region der Chancen"

Für Landrat Hans-Jürgen Petrauschke war 2011 "so erfolgreich wie selten". Die Arbeitslosenquote war mit 5,6 Prozent so gering wie lange nicht. 128 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte bedeuten Rekord.

Alle reden von der (Finanz-)Krise. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke nicht: "Unserer Heimat geht es gut." Jürgen Steinmetz, sein Allgemeiner Vertreter, nennt die Eckdaten, warum in seinen Augen das abgelaufene Jahr "so erfolgreich wie selten" war: Im Rhein-Kreis gibt es so wenig Arbeitslose wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Die Quote liegt kreisweit bei nur noch 5,6 Prozent. Zugleich stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf Rekordniveau. Sie verbesserte sich seit 2006 um 8000 auf jetzt 128 000.

Mit dieser positiven Bestandsaufnahme eröffneten Landrat Petrauschke und sein Stellvertreter Steinmetz gestern die Jahrespressekonferenz im Technologiezentrum Glehn. Die rund 443 000 Einwohner im Rhein-Kreis hätten allen Grund zur Zuversicht, sagte Petrauschke, "auch wenn dieses Jahr 2012 schwieriger wird als das vergangene." Eine weitere "gute Nachricht" fügte er an: In den vergangenen 15 Jahren investierte der Rhein-Kreis 120 Millionen Euro in Hochbau-Projekte.

Das neue Kreishaus an der Oberstraße in Neuss gehört als Vorzeige-Objekt dazu. Nun ist das Hochhaus der Kreisverwaltung in Grevenbroich an der Reihe. Es wird unter energetischen Gesichtspunkten saniert und modernisiert. Anschließend zieht dort das Jobcenter für die Kommunen Grevenbroich, Jüchen und Rommerskirchen ein.

Die größte Sorge drückt die Spitze der Kreisverwaltung, wenn sie auf die Finanzen blickt. "Wir setzen unseren Weg fort", sagte Petrauschke, "und werden unsere Schulden leicht zurückfahren." Aber es falle immer schwerer, den Haushaltsausgleich zu schaffen. Mehr als 60 Prozent des Gesamtetats fließen in den Sozialbereich. Dabei dürften die Kreise, Städte und Gemeinen aber nicht zum Ausfallbürgen für fehlende Bundes- und Landesmittel gemacht werden", forderte der Landrat. Mit der stetig wachsenden Kostenlast insbesondere bei den Sozialleistungen sei die kommunale Familie allein überfordert.

Für Petrauschke ist die beste Sozialarbeit gemacht, wenn alle Menschen Arbeit haben. Vor diesem Hintergrund hatte es Symbolwert, dass die Pressekonferenz im Technologiezentrum stattfand. Dort, in Glehn, werden Hartz-IV-Empfänger gefördert und auf den Wiedereinstieg in das Berufsleben vorbereitet: "Unsere Vermittlungsquote ist extrem hoch." Im Rhein-Kreis Neuss sind rund 15 000 so genannte Bedarfsgemeinschaften mit 30 0000 Menschen registriert. Petrauschke: "Wir dürfen keinen der von Hartz IV Betroffenen aufgeben, sondern müssen dort zusammen mit dem Jobcenter versuchen, weiter Beschäftigungs- und Bildungsangebote zu unterbreiten."

Petrauschke und Steinmetz kündigten zudem an, den Weg der optimalen Ressourcen-Ausnutzung weiter zu gehen: "Über interkommunale Zusammenarbeit müssen wir zu Synergieeffekten kommen."

(NGZ/rl)