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Rhein-Kreis Neuss: Krankenhäuser im Kreis rücken näher zusammen

Rhein-Kreis Neuss : Krankenhäuser im Kreis rücken näher zusammen

Das Lukaskrankenhaus und die Kreiskrankenhäuser intensivieren die Zusammenarbeit. Ab Juli gibt es nur eine Pathologie für alle drei Häuser.

Die Politik verhindert bislang eine Fusion der kommunalen Krankenhäuser im Kreis, die Mehrwertsteuer eine engere Kooperation. Denn weil zum Beispiel jedes Essen, das im Neusser Lukaskrankenhaus gekocht, aber in einem der beiden Kreiskrankenhäuser gegessen würde, mit 19 Prozent Mehrwertsteuer zu belegen wäre, würden alle Diskussionen über ein gemeinsames Logistikzentrum aufgegeben. "19 Prozent - im Wettbewerb sind die tödlich", sagt Sigurd Rüsken, der mit den Kreiskrankenhäusern trotzdem immer neue Kooperationen sucht - und findet. So wird es am 1. Juli, wenn er als Geschäftsführer des Lukaskrankenhauses ausscheidet, kreisweit nur noch eine gemeinsame Pathologie geben.

Die Verschmelzung aller Angebote dieser Disziplin ist bereits das dritte Feld, auf dem "Lukas" und die Kreiskrankenhäuser in Grevenbroich und Dormagen zueinander gefunden haben. In der Krankenpflegeausbildung und im Fall der Labormedizin funktioniert das Miteinander schon. Aber immer wurden dazu neue Strukturen aufgebaut. So auch jetzt wieder.

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Bei der gemeinsamen Krankenpflegeschule, die 2006 an der Neusser Carossastraße in einer Liegenschaft des Kreises etabliert wurde, wurde eine eigene Gesellschaft gegründet. Die Pflegeschüler werden als Angestellte eines der drei Krankenhäuser dorthin abgeordnet, "Lukaskrankenhaus" und Kreis stellen je zur Hälfte das Personal. Ein Leistungsaustausch, der mit Mehrwertsteuer zu belegen wäre, findet damit nicht statt.

Laborkapazitäten werden an allen drei Krankenhausstandorten vorgehalten, das Zentrallabor aber wurde am Neusser Lukaskrankenhaus etabliert. Beide Träger teilen sich die Lohnkosten für den Laborarzt, der auch für beide Träger tätig werden kann. Ärztliche Leistungen sind nämlich - wie überhaupt das Gesundheitswesen - von der Mehrwertsteuer befreit.

Für die Zusammenführung der Pathologien nun wird ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) gegründet, in dem die niedergelassenen Ärzte, die bisher diese Aufgabe an den Standorten der Kreiskrankenhäuser auf eigene Rechnung angeboten haben, angestellt werden, während die Pathologen des "Lukas" dorthin ausgegliedert werden. "Es ist im Sinne der Qualitätskontrolle gut, wenn das in Eigenregie bleibt", sagt Rüsken, denn als Arbeitgeber könnten die Krankenhäuser Einfluss auf Art und Umfang der Leistungen nehmen.

Nach Abschluss dieser dritten Kooperation kann sich Rüsken "mit viel Fantasie", wie er sagt, noch Kooperationen auf den Gebieten Anästhesie und Kardiologie vorstellen. In den Kreiskrankenhäusern gibt man sich da zurückhaltender. "Wir arbeiten gerne mit dem Lukaskrankenhaus zusammen und behalten die Kooperationsbemühungen bei", sagt Elisabeth Roderhoff, Sprecherin der beiden Kliniken. Neue Projekte seien derzeit nicht geplant. Ralf Nennhaus, Direktor der Kreiskrankenhäuser, und Nicolas Krämer, neuer Leiter des "Lukas", würden aber demnächst konferieren.

(NGZ)