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Rhein-Kreis Neuss: Kanadier werben um Firmen aus dem Kreis

Rhein-Kreis Neuss : Kanadier werben um Firmen aus dem Kreis

Eine Delegation um den kanadischen Konsul Leslie Reissner hat den Rhein-Kreis besucht. Er wirbt für seine Heimat als Investitionsstandort.

Der Rhein-Kreis hat in dieser Woche seine Beziehungen zu Kanada - speziell zur Hafenstadt Halifax - weiter intensiviert. Erneut war eine kanadische Delegation in der Quirinusstadt zu Gast. Bei einer Veranstaltung der IHK Mittlerer Niederrhein, bei der über Kanada als Absatzmarkt und Investitionsstandort gesprochen wurde, konnten Unternehmer aus dem Rhein-Kreis unter anderem den kanadischen Konsul Leslie Reissner kennenlernen.

"Wir sind sehr daran interessiert, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Kanada zu stärken", sagte Reissner. Nicht zuletzt, weil das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada, das 2015 in Kraft treten soll, diese Zusammenarbeit erleichtern soll. "Es wird Handelshemmnisse beseitigen, Arbeitsplätze schaffen und unsere beiden Länder stärken", sagte Reissner, der bei der Veranstaltung sowohl von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke als auch von Wilhelm Werhahn, Ehrenmitglied der Vollversammlung der IHK Mittlerer Niederrhein, begrüßt wurde. Auch sie sehen das geplante Abkommen positiv: "Für hiesige Unternehmer steigen damit die Chancen, den kanadischen Markt zu erschließen", sagte Petrauschke.

Wie der Einstieg in den kanadischen Markt genau funktioniert, das erläuterte Sara Franke, Expertin der Deutsch-Kanadischen Industrie- und Handelskammer, in einem unterhaltsam gestalteten Vortrag. Für den lud sie die Teilnehmer der Veranstaltung ein, einmal mit ihr in einen virtuellen Zug zu steigen und von Halifax bis Vancouver zu fahren. "Fünf Tage wären wir unterwegs", sagte sie schmunzelnd. Und verdeutlichte damit, wie riesig Kanada ist - schließlich ist es nach Russland das zweitgrößte Land der Welt. "Diese Größe, die auch dazu führt, dass Kanada mehrere Zeitzonen hat, sollten Unternehmer aus Deutschland nicht unterschätzen", sagte Franke. Von Vorteil sei, dass sich die Bevölkerung - 35 Millionen Menschen leben in Kanada - an den Ballungszentren der Küsten konzentriert. Den Firmenvertretern aus dem Rhein-Kreis riet die Expertin, die Markterschließung strategisch voranzutreiben und sich vor allem Zeit zu nehmen. "Sie dürfen die Bürokratie nicht unterschätzen, sollten vor Ort Präsenz zeigen und ihre Produkte auf den kanadischen Markt anpassen", sagte Franke, deren Vortrag durch Anthony Chapman, Deutscher Honorarkonsul in Halifax, noch um Informationen über die rechtlichen und steuerlichen Voraussetzungen eines Markteintritts ergänzt wurde. Ein nicht ganz einfaches Thema, zumal Chapman mit starkem Akzent spricht - besser, er wäre dem Vorbild seines Kollegen Patrick Bohan, Hafenmanager des Port of Halifax, gefolgt, der auf englisch kurzweilig über seinen Arbeitsplatz referierte, der für Europa der nächstgelegene Hafen in Nordamerika ist.

Den Abschluss des Abends bildete der Vortrag von Unternehmer Andreas Gehlen, Geschäftsführer der Kölner Firma "Zwei plus zwei", die auf den Vertrieb von Fahrradanhängern spezialisiert ist. Er erzählte von seinem Markteinstieg in Kanada, den er erst wagte, nachdem er schon viele Jahre Vertriebserfahrung in dem Land gesammelt hatte. Dennoch machte er seinen Kollegen aus dem Rhein-Kreis Mut: Wenn Strategie und Kapitalbasis stimmen, dann ist das ein spannender Neustart."

(NGZ)