Jüchen: Spektakuläres Lichtfest auf Schloss Dyck

Lichtfestival und Ehrung auf Schloss Dyck : Großes Lichtspektakel auf Schloss Dyck

Ein Tag denkwürdiger Preisverleihungen endete mit einem fulminanten Spektakel: Das „Lichtfestival“ wurde eröffnet.

Selbst für das so oft bejubelte Schloss Dyck waren es besondere Stunden: Morgens wurde der Europäische Gartenpreis verliehen, abends folgte ein spektakulärer Festakt zu „200 Jahren Englischer Landschaftsgarten“ sowie 20 Jahre Stiftung Schloss Dyck. In so etwas wie Extra-Jubiläen wurde an das vor 15 Jahren gegründete Niederrhein Musikfestival erinnert und an den seit 10 Jahren bestehenden Gartenpreis. Nach Einbruch der Dunkelheit konnten die Gäste dann an der Eröffnung des „Lichtfestivals“ teilnehmen. Internationale Lichtkünstler hatten den Garten zauberhaft illuminiert.

Die Landesregierung gratulierte mit den Ministern Isabel Pfeiffer-Poensgen und Lutz Lienenkämper. Das erste Grußwort sprach Simeon Graf Wolff Metternich, dessen Mutter vor zwanzig Jahren nach zwei Erbteilungen und entsprechenden Steuern in der Übereignung des Schlosses an eine Stiftung die ideale Lösung sah. Nach einem Exkurs in die Geschichte seiner Familie, insbesondere seines Vorfahren Fürst Joseph und dessen Gemahlin Constance, betonte der Graf die „Passion“ der heutigen Mitarbeiter für Schloss und Gärten.

Jubiläumstreffen auf Schloss Dyck (v.l.): Matthias Hartmut, Harald Zillikens, Jens Spanjer, Lutz Lienenkämper, Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen, Simon Graf Wolff Metternich und Jürgen Wilhelm. Foto: Markus Rick

Als „Leidenschaft“ übersetzt, verweist der gewählte Begriff allerdings auch auf eine finanziell schwierige Phase der herrlichen Anlage, als die Betriebsmittel immer knapper wurden. Damals wie heute halfen das Land NRW, der Landschaftsverband Rheinland und als Vertreter der Wirtschaft die RWE AG sowie die Sparkasse Düsseldorf. Für Stiftungen sind Zeiten, in denen es für das Kapital keine Zinserträge gibt, besonders problematisch. Dass man dennoch gut zurechtkommt, dass die Stiftung Schloss Dyck über 90 Prozent ihrer Kosten selbst erwirtschaftet, verdankt sie vor allem ihrem Geschäftsführer Jens Spanier. Um jederzeit erreichbar zu sein, wohnt er sogar mit seiner Familie auf dem Schlossgelände. Bei dem Lob für Spanier und alle Mitarbeiter waren sich die Festredner einig.

Doch es gab auch nachdenkliche Worte. Harald Zillikens, Bürgermeister der Stadt Jüchen, verwies auf die tiefen Einschnitte die der in unmittelbarer Nähe gelegene Tagebau Garzweiler für das Leben der Bürger zur Folge hatte. Bis heute wurden mehr als 4000 Anwohner aus ihren Häusern und Ortsteilen umgesiedelt. Umso mehr freute er sich, dass 300000 Besucher den Weg in die Gärten und Gebäude „seines“ Schlosses Dyck gefunden haben. Und Jens Spanier verhehlte nicht die gravierenden Probleme, die die seit zwei Jahren grassierende Trockenheit vor allem für die Bäume des Parks mit sich bringt: „Die Schäden sind erheblich und eine Lösung ist noch nicht gefunden.“

Mehrere Redner, darunter Graf Wolff Metternich und die Ministerin Pfeiffer-Poensgen, betonten den europäischen Charakter der Landschaftspflege. Der am selben Morgen im Schloss verliehene „Europäische Gartenpreis“ war an 13 Preisträger aus acht Ländern gegangen, übrigens mit der Azoreninsel Pico als Siegerin des Wettbewerbs.

Von der Schönheit der Anlage auf Schloss Dyck konnte man sich beim Schlendern durch das neu gestaltete „Lichtfestival“ überzeugen, dessen niederländische Gestalter das 200-jährige Jubiläum auf spektakuläre Weise zum Strahlen bringen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Impressionen vom Lichtfestival 2019 im Park von Schloss Dyck

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