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Jägerschaft im Rhein-Kreis rettet Rehkitze vor Tod

Einsatz im Rhein-Kreis : Kreisjägerschaft rettet Rehkitze vor dem Tod

Mit dem Einsatz von Wärmebilddrohnen will die Kreisjägerschaft Rehkitze vor Mähmaschinen retten. Die ersten Tiere konnten so schon gefunden und in Sicherheit gebracht werden.

Der Mai ist nicht nur der Monat, in dem es langsam wieder warm und alles grün wird, es ist auch die Zeit, in der Rehe ihre Kitze zur Welt bringen. In der üppigen Vegetation finden die Reh-Mütter, die Ricken, reichlich Nahrung, um möglichst viel Milch für ihren Nachwuchs produzieren zu können. Dafür sind sie unterwegs und legen die Kleinen ab, in hohen Wiesen, wo sie wegen ihres Tarnmusters vor natürlichen Feinden geschützt sind. Allerdings nicht vor den Landwirten, die ihre Wiesen mähen müssen. Die Mähmaschinen bedeutet für die Tiere nämlich den sicheren Tod.

Und dort greift das Engagement der Kreisjägerschaft, denn die hat sich auch die Rettung der Rehkitze auf die Fahne geschrieben, und hat nun auch die ersten Tiere im Korschenbroicher Stadtgebiet gerettet, wie Peter Kallen, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Neuss, mitteilt. Und dazu hat sie eine besondere Technik benutzt – zwei Wärmebilddrohnen, die im April angeschafft wurden. Für den Rhein-Kreis, so erklärt er, seien zwei Teams für die Kitzrettung mit insgesamt mehr als 40 Freiwilligen aufgestellt worden, die unter der Leitung von Jens Adams und Jens Ahrweiler rechtzeitig zu den ersten Mäh-Terminen einsatzbereit waren. Die Drohnen fliegen nach entsprechender Programmierung die Flächen systematisch ab. Die von der Wärmebildkamera aufgenommenen Bilder werden per Funk auf einen Monitor übertragen, auf dem dann die Rehkitze und anderes Wild als Wärmeflecken in der kälteren Umgebungstemperatur angezeigt werden. Freiwillige Helfer werden dann zum Kitz dirigiert und bringen es für die Dauer der Mahd in Sicherheit, um es danach wieder zur Ricke zu bringen. Kallen schreibt, dass es für alle Beteiligten ein tolles Gefühl und Erlebnis gewesen sei, das sie nun für die kommenden sechs bis acht Wochen der Frühjahrsmahd motiviere. Alle Helfer und Drohnen-Piloten machen diesen „Job“ übrigens ehrenamtlich in den frühen Morgenstunden, bevor sie dann ihrer regulären Beschäftigung nachgehen.

 Und wieder ein Kitz gerettet.
Und wieder ein Kitz gerettet. Foto: Kreisjägerschaft
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Vor dem Einsatz der Wärmebilddrohnen, informiert Kallen, seien die Flächen mit Jagdhunden abgesucht worden. Doch das sei immer schwieriger geworden, denn in den ersten Wochen ihres jungen Lebens geben Rehkitze kaum bis gar keine Witterung ab, was den Einsatz von Hunden extrem schwierig gemacht habe. Auch verbesserte Mähmethoden, wie das Mähen von innen nach außen sowie das Anbringen von akustischen Signalgebern an Mähwerken, konnten erfolgreich eingesetzt werden. „Doch durch den auch in unserer Region spürbaren Klimawandel und der damit verbunden immer früher einsetzenden Erstmahd wurden diese etablierten Methoden an ihre Grenzen geführt“, betont Peter Kallen. Auch das Fluchtverhalten von Rehkitzen sei kaum bis gar nicht ausgeprägt, da die Natur in den ersten drei Wochen ihres Lebens auf Ducken und Tarnung setzt, um sich vor Fressfeinden wie dem Fuchs zu schützen.

(goe)