Verträge unterschriftsreif, aber Start verzögert sich: Internationale Schule ab 2003

Verträge unterschriftsreif, aber Start verzögert sich: Internationale Schule ab 2003

Von Frank Kirschstein

Von Frank Kirschstein

Die Internationale Schule am Rhein (ISR) in Neuss kommt sicher - aber erst im September 2003. Dies bestätigte jetzt Dr. Stefan Dietzfelbinger, IHK-Geschäftsführer in Neuss und bei der Kammer für Aus- und Weiterbildung zuständig, auf Anfrage der NGZ. Die Initiatoren der ISR, neben der IHK auch die Stadt und der Kreis Neuss, sowie rund 20 Unternehmen aus Region, die sich beteiligen wollen, stehen offenbar kurz vor dem Vertragsabschluss mit der Sabis-Gruppe, einem Schulbetreiber, der weltweit internationale Schulen unterhält.

"Das ist der Durchbruch", sagt Dietzfelbinger. Allerdings müsse der Start der ISR, die nach den ursprünglichen Plänen bereits 2001 den Betrieb aufnehmen sollte, erneut verschoben werden. Der Vertrag sieht die Eröffnung der Schule nun im September 2003 vor. Für die erneute Verzögerung gibt es vor allem zwei Gründe: Sabis hat darauf hingewiesen, dass es derzeit schwierig sei, geeignete Lehrer für eine internationale Schule zu finden. Der Aufschub gebe genügend Zeit, um qualifiziertes Personal zu finden.

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Hinzu kommt ein betriebswirtschaftliches Argument: Die beteiligten Unternehmen - unter anderem die Sparkasse Neuss, 3M, Wilh. Werhahn und die Volksbank Düsseldorf/Neuss -, die in einer Betreiber GmbH, die im April gegründet wird, Verantwortung übernehmen sollen, wollten bei den Anmeldezahlen auf Nummer sicher gehen. Für einen wirtschaftlich abgesicherten Start, so der IHK-Geschäftsführer, braucht die Schule mindestens 80 Schüler. Zwar gab es bereits eine Liste mit 60 Interessenten, diese sei jedoch inzwischen veraltet. Sobald die Schulträger-GmbH gegründet ist, soll sie nun eine Marketingkampagne für die ISR starten, von der sich die Wirtschaftsförderer einen erheblichen Standortvorteil versprechen.

Gerade für die weltweit agierenden Unternehmen, wie sie etwa im Hammfeld in Neuss zu Hause sind, sei eine solche Schule - die Unterrichtssprache ist Englisch - von Bedeutung, wenn sie ihren Top-Mitarbeitern im Ausland optimale Arbeits- und Lebensbedingungen schaffen wollen. Die Firmen könnten sich über eine Finanzielle Beteiligung an der ISR Plätze sichern. Hinzu kommt ein jährliches Schulgeld von durchschnittlich rund 9.000 Euro pro Kind oder Jugendlichen. Untergebracht werden soll die Internationale Schule zunächst im Berufsbildungszentrum Hammfeld. Landrat Dieter Patt hat die entsprechenden Räume für den Unterricht und die Betreuung der Mädchen und Jungen vom Kindergartenalter bis zur Klasse zwölf für zunächst drei Jahre zur Verfügung gestellt.

"Auch danach bleibt die ISR in Neuss", betont Klaus Gravemann, Wirtschaftsdezernent in der Quirinusstadt, der den "Durchbruch" für die ISR aus Sicht der Wirtschaftsförderung "mit heller Freude" betrachtet. Es sei beschlossene Sache, dass spätestens zum 1. Juli 2008, ein Neubau auf dem Grundstück bei der Bezirkssportanlage am Konrad-Adenauer-Ring betriebsbereit sein müsse. Dort könnten rund 1.000 Schüler unterrichtet werden. Sollten die Schülerzahlen schneller steigen als geplant, könne der Bau möglicherweise auch früher zur Verfügung stehen. "Das Grundstück ist reserviert, jetzt wird ein Investor gesucht", sagt Gravemann, wobei die städtischen Gesellschaften, etwa "Modernes Neuss", natürlich als erste gefragt seien.

(NGZ)
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