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Rhein-Kreis Neuss: Industrie am Niederrhein will im Ausland investieren

Rhein-Kreis Neuss : Industrie am Niederrhein will im Ausland investieren

Die Industrieunternehmen der Region Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein fahren ihre Auslandsinvestitionen wieder hoch: Rund drei von zehn Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes zwischen Velbert und Viersen planen, in diesem Jahr im Ausland zu investieren. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Industrie- und Handelskammern Mittlerer Niederrhein und Düsseldorf bei fast 300 Industrieunternehmen.

Bevorzugte Zielregionen sind China (54 Prozent), die EU-15-Länder (40 Prozent) sowie die ehemaligen GUS-Staaten. "Die hohen Wachstumsraten in Deutschland sowie in vielen wichtigen Absatzländern haben zu dieser positiven Entwicklung beigetragen. Hinzu kommt, dass die Unternehmer an die Stabilität des Aufschwungs glauben. Das beflügelt auch das Engagement der Unternehmen im Ausland", sagt Rainer Növer, Geschäftsführer für Wirtschaftspolitik der IHK Mittlerer Niederrhein. Allerdings hätten die Betriebe ihre Auslandsinvestitionen auch in der Krise auch stark zurückgefahren.

Das mit Abstand wichtigste Motiv für Auslandsinvestitionen sei die Kundennähe am ausländischen Standort. 93 Prozent der befragten Betriebe mit Auslandsinvestitionen hätten dies als Grund für ihr Engagement angegeben. Daneben spielten für je ein Viertel der Industriebetriebe auch die Vermeidung von Wechselkursrisiken sowie die Umgehung von Handelshemmnissen eine Rolle bei der Investitionsentscheidung.

"Fast drei Viertel der Industriebetriebe wollen in den Auf- oder Ausbau von Produktion im Ausland investieren, ein Viertel in den Vertrieb und Kundendienst vor Ort", sagt Növer. Die Hoffnung auf Kostenersparnis durch Produktion am ausländischen Standort spiele noch nicht einmal für jeden zweiten Industriebetrieb die Hauptrolle. Viel seltener als früher begründen offenbar Unternehmen Verlagerungen von Produktionen mit Nachteilen am Standort Deutschland. Aktuell gebe dies nur noch die Hälfte der verlagernden Industriebetriebe an – vor zehn Jahren waren es noch 70 Prozent. "Dies zeigt, dass die wiedergewonnene deutsche Standortstärke kein Selbstläufer ist", mahnt Növer. Verschlechtern sich Wettbewerbsbedingungen, könnten auf Investitionen zur Erschließung ausländischer Märkte schnell weitere Produktionsverlagerungen folgen.

(NGZ)