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Rhein-Kreis Neuss: IHK: Gute Aussichten für 2012

Rhein-Kreis Neuss : IHK: Gute Aussichten für 2012

Die Industrie- und Handelskammer zieht ein positives Fazit für das zurückliegende Jahr. Die Unternehmen im Rhein-Kreis Neuss blicken mit Optimismus auch auf das neue Jahr. Ein Drittel erwartet sogar Umsatzsteigerungen.

Das zurückliegende Jahr war ein gutes für die Unternehmen im Rhein-Kreis Neuss. Das sagt die Industrie- und Handelskammer (IHK). Deren Vize-Präsident Wilhelm F. Thywissen bestätigt: "Die Wirtschaft kann auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Insgesamt 38 Prozent der Betriebe im Rhein-Kreis bezeichnen die aktuelle Geschäftslage als gut, nur zwölf Prozent zeigen sich weniger zufrieden." In der Folge nimmt der IHK-Geschäftsklima-Index, der Lage und Erwartungen der hiesigen Unternehmen zusammenfasst, für den Rhein-Kreis mit 120 Punkten einen Wert an, der deutlich über dem neutralen Niveau von 100 Punkten liegt. Gemessen an diesem Indikator erweisen sich dabei die Dienstleistungsunternehmen (125 Punkte) als konjunktureller Spitzenreiter, gefolgt von der Industrie (124) sowie dem Großhandel (119).

Bestätigt wird diese Einschätzung auch durch reale Wirtschaftsdaten. So ging die Arbeitslosenquote im Rhein-Kreis bis November 2011 gegenüber dem Vorjahreswert um 8,7 Prozent zurück. Die Umsätze der Industrieunternehmen legten bis zum dritten Quartal um 8,2 Prozent zu, lagen damit allerdings unter dem nordrhein-westfälischen Durchschnittswert von 13,6 Prozent. Diese Zuwächse basieren allerdings, so Thywissen, auf einem sehr hohen Ausgangswert, da die Industrie des Rhein-Kreises rund 38 Prozent der Gesamtumsätze im IHK-Bezirk Mittlerer Niederrhein produziert.

"Auch in die Zukunft blicken die Unternehmen nach wie vor optimistisch, wenngleich die Wachstumsraten nicht auf dem hohen Niveau bleiben werden", prognostiziert Thywissen. 31 Prozent der Unternehmen erwarten durchaus noch eine weitere Verbesserung ihrer Geschäftslage. Rund 17 Prozent gehen eher von einer Verschlechterung aus. "Diese nach wie vor optimistische Einschätzung ist sicherlich mehr als nur ein Bauchgefühl", sagt der IHK-Vizepräsident. "21 Prozent der Unternehmen planen immerhin eine Ausweitung ihrer Investitionsaktivitäten." 24 Prozent beabsichtigen zudem, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Allerdings nimmt der Fachkräftemangel inzwischen fast schon bedrohliche Züge an: Mehr als ein Drittel aller Unternehmen beklagen, keine geeigneten Bewerber mehr für die offenen Stellen finden zu können.

Der grundsätzliche Optimismus der Unternehmen wird allerdings von einem Unsicherheitsfaktor beeinträchtigt: der nur schwer kalkulierbaren Entwicklung der europäischen Schulden- und Finanzmarktkrise. Thywissen warnt vor übertriebener Unruhe: "Eine Rezession zeichnet sich bislang nicht ab. Außerdem haben die Unternehmer aus der letzten Krise gelernt, mit Schwankungen flexibler umzugehen". Allerdings sollte die Politik entschlossen Maßnahmen einleiten. "Gewerbesteuererhöhungen, wie sie etwa die Stadt Neuss beschlossen hat, sind zweifelsohne das falsche Signal", sagt Thywissen.

(NGZ)