IHK fordert bessere Infrastruktur für Schifffahrt im Rhein-Kreis Neuss

Sorgen im Rhein-Kreis Neuss wegen Niedrigwasser : IHK will stabile Abladetiefe für den Rhein

Wegen des aktuellen Niedrigwassers können Transportschiffe nicht voll beladen fahren. Das Ziel einer dauerhaften Abladetiefe von 2,80 Meter muss daher schnell realisiert werden, fordert IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz.

Das Niedrigwasser des Rheins ist für die Wirtschaft in der Region eine große Belastung. Vor diesem Hintergrund appelliert die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein jetzt an Land und Bund, ausreichende Mittel für den Erhalt der Wasserstraßen zur Verfügung zu stellen und die Binnenschifffahrt-Infrastruktur möglichst schnell zu verbessern.

IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz erinnert an das Projekt „Abladeverbesserung und Sohlenstabilisierung am Rhein zwischen Duisburg und Stürzelberg“ im Bundesverkehrswegeplan. Ziel ist eine dauerhafte Abladetiefe von 2,80 Metern in diesem Abschnitt. „Diese Maßnahme ist als sogenannter vordringlicher Bedarf eingestuft und könnte somit unverzüglich umgesetzt werden“, betont Jürgen Steinmetz. In einem Brief an Landesverkehrsminister Hendrik Wüst hat die IHK auf den besonderen Priorisierungsbedarf dieser Maßnahme hingewiesen.

Bereits seit April wird der sogenannte Kleinwasserzuschlag auf Binnenschifftransporte erhoben. „Dieser Betrag ist erforderlich, weil die Schiffe nicht mehr voll beladen werden können und dementsprechend mehr Fahrzeuge eingesetzt werden müssen“, erläutert Steinmetz. Bei Tankstellen ist es bereits zu Lieferengpässen mit Kraftstoffen gekommen. Auch die Industrieunternehmen am Niederrhein müssen mit den schwierigen Bedingungen zurechtkommen. Durch logistisches Geschick bei der Transportdurchführung, der Lagerhaltung und den Produktionsabläufen konnten Produktionsausfälle bisher weitgehend vermieden werden. Teilweise wird schlichtweg auf andere Transportmittel zurückgegriffen.

Vor allem Massengüter werden per Binnenschiff transportiert. „Allerdings zeigt die aktuelle Lage, welche enorme Bedeutung die Wasserstraßen inzwischen auch für den allgemeinen Güterverkehr haben“, sagt Steinmetz. „Heutzutage gibt es kaum noch Güter, die nicht in Containern transportiert werden können.“ Dabei trägt die Binnenschifffahrt wesentlich dazu bei, Straßen und Schienen zu entlasten. „Daher ist es auch im Sinne des Umweltschutzes, die Leistungsfähigkeit der Wasserstraßen zu erhalten und auszubauen“, so Steinmetz. Nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt kommt es nahezu jedes Jahr aufgrund fehlender Niederschläge zu sinkenden Pegelständen. Doch der heiße Sommer und der trockene Herbst verschärfen die Situation.

„Der Wasserstand ist immer noch da, wo er in den letzten Wochen und Monaten war“, bestätigt Thomas Düttchen, Sprecher der Neuss-Düsseldorfer Häfen. Manche Schiffe fahren nach seinen Angaben mit nur noch einem Viertel der sonst üblichen Ladungen. „Auch für die kommenden Tage gehen die Prognosen runter. Die Tendenz ist weiter fallend. Wenn es nicht bald in Süddeutschland regnet, bleibt es auch dabei“, so Düttchen. Der Regen in der Region bringe nichts, das Wasser ziehe dann einfach weiter.