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Die Anrede für den König heißt "Majestät": Hohe Würde und Bedeutung des Königs

Die Anrede für den König heißt "Majestät" : Hohe Würde und Bedeutung des Königs

Die Anrede für den König heiße schlicht und einfach "Majestät". So weist Schützenkönig Dieter Krüll auf die Anrede hin, die "zunächst die hohe Würde und Bedeutung des Königs" hervorhebe. "Man ehrt den König und schaut bewundernd zu ihm auf. Zugleich schafft die kurze Anrede ohne jeden Vorspann (Hochverehrte Majestät! oder dergleichen) die erhoffte Nähe zu dem so hervorgehobenen, großen König.

Besonders in Verbindung mit einem vertraulichen Du (manchmal auch ohne, dass man sich je geduzt hätte/ Majestät überhört nachsichtig diese Anmaßung) ist die Illusion des Königsspiels perfekt: Einer ist erhöht zum König und sein Gegenüber steht mit ihm auf einer Stufe; beide sind glücklich und freuen sich." Mit dieser Rekelei befasst sich Dieter I. mit der Anredeproblematik, beim "Schützenfest für Anfänger" der Heimatfreunde hat er als Gegensatz zur emotionalen Königsangelegenheit die Satzung des Neusser Bürger-Schützen-Vereins zu Rate gezogen.

Dort steht unter Paragraph 6: "Das Schützenregiment setzt sich zusammen aus: a) dem Komitee, dem Schützenkönig und den Edelknaben" - Wie der König anmerkt, gliedert sich das Komitee laut Satzung vor dem König ein - "Der König ist jedoch kein Edelknabe, auch wenn er nicht von langer Gestalt ist." In der Satzung hat Dieter Krüll auch gefunden: "Repräsentant des Schützenfestes ist der Schützenkönig. Er ist in allen Angelegenheiten seiner Repräsentation an die Maßnahmen des Komitees gebunden."

Der König repräsentiere also nur, regiere nicht. Krüll: "Er ist als echter Bürgerkönig kein absoluter Monarch, sondern unterliegt in all seinem Tun dem weisen Ratschluss der vom Schützenvolk gewählten Mitglieder des Komitees." Dafür werde - unter Paragraph 32 "Vorversammlungen" unter Ziffer 4 - geregelt: "Die 2. Generalversammlung dient der Ehrung des Schützenkönigs." Im Rückblick auf den grandiosen Königsehrenabend darf Dieter I. getrost feststellen: "Sie hat gedient. Ich fühle mich sehr geehrt."

In weiteren Ausführungen hat sich Dieter Krüll auf die Vorschriften für die "unbescholtenen" Königsbewerber gestürzt: "Die Gattin des Kandidaten muss dafür sein, darf also nicht schelten." Und die Kosten müsse der Kandidat auch bezahlen können und wollen. Wieviel ein Königsjahr denn nun wirklich kostet, das erfuhren die "Anfänger" nicht - nur so viel: "Es gibt eine phantasievolle Breite der Mutmaßungen über die Kosten. Die Realität wurde dabei noch stets über- und auch unterschritten."

Mit liebevollen Anmerkungen gespickt, berichtete Dieter Krüll vom Königsvogelschuss, der Krönung und allen Insignien der "Macht". Er plauderte aus dem Nähkästchen: "Bei der Zog-Zog-Versammlung sowie beim Oberehrenabend hält sich der Schützenkönig inkognito unterm Volk versteckt, um dem anwesenden Hauptausschuss beziehungsweise dem Herrn Oberst Gelegenheit zu geben, die Zuneigung und den Jubel der Bürger und Schützen ungeteilt entgegenzunehmen." Dafür werde der König dann auf dem Königsehrenabend entschädigt, bevor das große Finale beim Schützenfest nahe. cw