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Ausstellung in der Alten Post: Hoch-Schülerarbeiten

Ausstellung in der Alten Post : Hoch-Schülerarbeiten

Von Helga Bittner

Von Helga Bittner

Sechs ehemalige Schüler der Alten Post aus sechs künstlerischen Fachrichtungen zeigen in der Ausstellung "Inzwischen" im Kulturforum, ob sie ihre Ambitionen in die Realität umsetzen konnten.

Die ersten Kontakte kamen über die Kurse der Alten Post zustande - jetzt studieren und arbeiten Steff Berger, Micha Peteler, Julia Hickmann, Nora Klasing und Daniel Janssen (v.l.) in ihrem jeweiligen künstlerischen Fach. (Der sechste im Bunde, Sunkoo Kang, fehlt auf dem Foto.)

NGZ-Foto: A. Woitschützke

Als einen "Griff in die Pralinenschachtel" (frei nach dem Forrest Gump-Motto "Man weiß nie, was drin ist") mag Thomas Brandt seine Selektion für die neue Ausstellung "Inzwischen" ganz und gar nicht betrachten. Den Ausruf "Aber Sie kannten doch nichts von mir!" von der jungen angehenden Modedesignerin Julia Hickmann kontert Brandt ganz souverän: "Aber ich hab dich gehört."

Gespräche, lang und persönlich, sind die Basis für den Leiter der Alten Post, jene ehemaligen Schüler seiner Institution auszusuchen, deren Werdegang im Rahmen einer Werkausstellung interessante Einblicke in die unterschiedlichsten künstlerischen Positionen verspricht. Ganz uneigennützig ist er dabei nicht: "Ich möchte damit auch ein Netzwerk für unsere neuen Schüler aufbauen, die sich ganz direkt von nur wenig älteren Studenten Erfahrungen und Tipps holen können."

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Zudem hält er es sowohl für sein Haus wie auch für die ehemaligen Schüler für sinnvoll, einige Jahre nach dem Weggang von der Alten Post den Weg Revue passieren zu lassen. Die jetzigen Aussteller von "Inzwischen" - übrigens die sechste Schau dieser Art - stecken allesamt noch in der Ausbildung, mindestens in ihrer Mitte. Eine Ausnahme macht da Nora Klasing, die erst seit vier Semestern an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg Industrial Design studiert. Ein Fach, das sie schon jetzt in die Ausstellung geholt hat, denn die Studienrichtung boomt nach Brandts Beobachtung.

Mit 15 ist die heute 24-Jährige in das Kurssystem der Alten Post eingestiegen (Fotografie, Bildhauerei, Zeichnen); jetzt zeigt sie das Modell eines Tisches, bei dem sie sich vor allem mit dem abstrakten Raum unter der Platte beschäftigt hat und diesen mit einem fragil wirkenden Tragwerk strukturiert. Die 29-Jährige Steff Berger steht kurz vor der Abreise als DAAD-Stipendiatin nach Südafrika, zeigt ihre Fotoarbeiten zum Abschluss der Meisterklasse von Katharina Sieverding in Berlin - ein Fries von Grenzfassaden - und die Absolventenarbeit für das Diplom, die sie in Australien aufgenommen hat: farbstarke Aufnahmen aus einem Park, die in ihrer Unschärfe den Betrachter auffordern, darin das reale Bild zu erforschen.

Daniel Janssen hat mit Zeichen- und Grafikkursen in der Alten Post angefangen, nach dem Abitur eine Lehre als Graveur gemacht und liegt zurzeit im Endspurt seines Studiums für Kommunikationsdesign in Hamburg. Seit gut zwei Jahren führt der 31-Jährige zusammen mit seiner Frau ein eigenes Büro für Design, hat für die von ihnen entwickelten Schriften bereits diverse Preise gewonnen, liegt zurzeit mit einem Animationsfilm mittels Airbrush-Technik ganz vorn im Rennen für den Oscar der Designer, den "red dot". Schon immer hat Julia Hickmann von einer Karriere als Modedesignerin geträumt - seit zwei Jahren studiert die 25-Jährige an der Berliner Fachhochschule Technik/Wirtschaft "Bekleidungsgestaltung".

Dass ihr die vorab absolvierte Lehre als Schneiderin dabei zugute kommt, lässt sich an den ausgestellten Kleidungsstücken ablesen. Skizzenbücher und Fotos verdeutlichen dabei, wie die Entwürfe sich entwickelten und wie die ausgestellten Sachen am Körper aussehen. Micha Peteler ist Gold- und Silberschmied, hat gerade sein Meisterstück gefertigt und wird wohl im kommenden Jahr den entsprechenden Brief der Handwerkskammer bekommen.

Der 33-Jährige hat in Kaufbeuren an der Berufsfachschule für Glas und Schmuck seine Ausbildung gemacht, inzwischen in Köln ein eigenes Geschäft und zeigt in der Ausstellung unter anderem seine Arbeiten für sein "Lieblingsobjekt": das Besteck. Der 27-Jährige Sunkoo Kang schließlich vertritt die Architektur. Er studiert in Aachen, hat bereits mehrere Auslandssemester absolviert und zeigt zwei Modelle von Bauten in Berlin und New York und mittels einer Bilderfolge vor allem auch den Weg dorthin.

Inzwischen

Die Ausstellung wird Sonntag um 11.30 Uhr eröffnet und läuft bis 28.November. Samstag um 18 Uhr bieten die ausstellenden Studenten unter dem Titel "Bericht aus den Hochschulen" Studieninteressierten die Gelegenheit zum Gespräch. Folgende Fachrichtungen sind dabei vertreten: Industrial Design, Modedesign, Schmiedekunst, Architektur, Kommunikationsdesign, Freie Kunst.

(NGZ)