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Werke von Gunnar Wolf: Himmlischer Raum

Werke von Gunnar Wolf : Himmlischer Raum

"Land in Sicht" heißt eine Ausstellung, die großformatige Ölbilder und kleinere Holzdrucke des Malers Gunnar Wolf im Foyer von Janssen-Cilag zeigt. "Ausfahrt" - aus Gunnar Wolfs Malerblick auf den Derendorfer Güterbahnhof. NGZ-Foto: Woi

"Land in Sicht" heißt eine Ausstellung, die großformatige Ölbilder und kleinere Holzdrucke des Malers Gunnar Wolf im Foyer von Janssen-Cilag zeigt. "Ausfahrt" - aus Gunnar Wolfs Malerblick auf den Derendorfer Güterbahnhof. NGZ-Foto: Woi

Mit sechs Jahren war ihm schon klar, dass er ein Künstler werden würde. Aber im Unterschied zu anderen Kindern, die sich vom Lokomotivführer später doch zum Banker wandeln, hat Gunnar Wolf gemacht, was er als Knirps wollte - wurde Maler und arbeitet seit mehr als 20 Jahren (nach Ausbildung an der Werkkunstschule und der Kunstakademie Düsseldorf) als freischaffender Künstler in der Landeshauptstadt.

Ein Wink von Freunden hat Andrea Welb in sein dortiges Atelier geführt, wo die Kunsthistorikerin schnell erkannt hat, dass der 57-Jährige in jeder Hinsicht das richtige Format hat, um im großen Foyer von Janssen-Cilag präsentiert zu werden. Drei bis vier Ausstellungen organisiert Andrea Welb dort pro Jahr, immer unter dem Aspekt, dass "wir Künstler fördern wollen, ihnen ein Forum für ihre Arbeit bieten möchten".

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Für die großformatigen Arbeiten von Wolf scheint der Raum wie gemacht zu sein. "Einfahrt" und "Ausfahrt", metergroße Ölbilder mit Eindrücken vom Derendorfer Güterbahnhof, sind dabei alles andere als nur dekorative, farbliche Ergänzung zu den eleganten Ledersesseln und Glastischen, sondern Bilder voller Kraft und Eigenleben - was vor allem daran liegen mag, dass Wulf einerseits sehr gegenständlich und detailgetreu malt, andererseits aber Bildraum, Farbe und Form zu Elementen macht, die Phantasie des Betrachters anregen.

Wolf malt, was er sieht, aber das muss nicht unbedingt die Realität sein. Er fügt ein oder grenzt aus, wie es beim Blick von der Brücke auf den Gleiskörper zu dem Bild in seinem Kopf passt: Häuser kommen dazu, Schienen fallen weg oder verschwinden wie bei "Ausfahrt" unter einer Grasdecke. Und darüber erhebt sich dann noch ein Himmel, der dem Wort Raum erst Bedeutung verleiht.

Groß, dramatisch und naturgewaltig. Wenn der 57-jährige Wolf sich gerne mal als Fossil der Kunst bezeichnet, scheint das an dieser Stelle nicht mal unbotmäßig - im positiven Sinn, denn der Wolfsche Himmel hat die gleiche Kraft und Ausstrahlung wie diejenigen der Alten Meister, sind zudem auch noch klassisch in Öl gemalt sind.

Dass der Himmel für den ehemaligen Meisterschüler der Kunstakademie vor allem ein Raum ist, in dem Leben sich abspielt, machen auch die kleinformatigen Aquarelle/Gouachen wie "Wolkenstudie" deutlich.

Und die Holzdrucke, die auf den ersten Blick wie gemalte Bilder wirken, doch nicht mit dem Pinsel entstanden, sondern mit Holzstücken gedruckt wurden - lagenweise, bis sie sich so verdichten, dass die Grenze zwischen Gegenständlichem und Abstrakten verschwimmt. Und wer käme schon darauf, dass die Sonne nur einem Astloch zu verdanken ist? Helga Bittner

Raiffeisenstraße 8, bis 2. April

(NGZ)