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Heidi Fahrenholz ist die erste Frau an der Spitze der Polizei im Kreis.

„Wachablösung“ im Rhein-Kreis : Zum ersten Mal steht eine Frau an der Spitze der Polizei

Noch nie gab es eine Abteilungsleiterin Polizei im Rhein-Kreis Neuss. Heidi Fahrenholz ist die erste Frau in dieser Position. Und zum Start, hat sie sich gleich ein ambitioniertes Ziel gesteckt.

Das neue iPhone liegt noch verpackt auf dem Schreibtisch – und Heidi Fahrenholz nennt es die erste große Herausforderung in ihrem neuen Job, dort alles richtig einzustellen. Seit Sonntag ist die 58-Jährige die neue Abteilungsleiterin Polizei für den Rhein-Kreis und damit Chefin von 750 Frauen und Männern der Kreispolizeibehörde, die erste Frau in dieser Position im Kreis. Sie freue sich riesig auf die neue Aufgabe im Rhein-Kreis und betont, dass sie wisse, wie groß die Fußstapfen sind, die sie nun ausfüllen soll – als Nachfolgerin des Leitenden Polizeidirektors Friedhelm Hinzen, der erst in der vergangenen Woche in den Ruhestand verabschiedet worden war.

Für die erste Leitende Polizeidirektorin steht künftig vor allem eins im Fokus: den Bürgern im Rhein-Kreis das Gefühl zu geben, dort leben sie sicher, bei Gefahr ist die Polizei schnell vor Ort und immer ein Ansprechpartner. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke begrüßte als Leiter der Kreispolizeibehörde Heidi Fahrenholz als die „oberste gelernte Polizistin“, die in dieser Position ihren Dienst im Rhein-Kreis auch wohl beenden wird. Denn mit 62 Jahren gehen Polizeibeamte in Nordrhein-Westfalen in den Ruhestand – wobei Verlängerungen möglich sind, was in der Kreisverwaltung im übrigen gute Tradition hat. Man denke nur an einige Dezernenten und gar den Landrat selbst.

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Doch vor einem möglichen Ende kommt nun erst einmal der Start in der neuen Umgebung mit vielen neuen Mitarbeitern – und mit viel Erfahrung in der Polizeiarbeit. 1982 begann die Krefelderin ihre Laufbahn im gehobenem Dienst bei der Kriminalpolizei. Von 1985 bis 93 arbeitete sie in Düsseldorf. Im höheren Dienst war sie dann nicht nur Leiterin Staatsschutz in Köln und Leiterin Polizeiinspektion in Krefeld, sondern arbeitete auch im Innenministerium als Referentin für Kriminalprävention. 2008 wechselte sie zum Kreis Wesel, war dort ebenfalls zunächst Leiterin Polizeiinspektion und anschließend bis 2015 Leiterin der Direktion Kriminalität. Als Leiterin Leitungsstab kehrte sie nach Düsseldorf zurück und war ab 2017 bis zum 31. Juli 2021 beim Polizeipräsidium Gelsenkirchen als Leiterin der Direktion Gefahrenabwehr und Einsatz tätig.

Dass auch der Rhein-Kreis seit Anfang Juli einer der zwölf weiteren Standorte der Landes-Initiative „Kurve kriegen“ ist, deren Ziel es, so genannte Intensivtäterkarrieren zu verhindern, freut Fahrenholz besonders. Denn in Wesel hat sie dieses Projekt in ihrer damaligen Funktion intensiv begleitet. Stark kriminalitätsgefährdete junge Menschen sollen damit „wieder auf Kurs gebracht“ und unterstützt werden, diesen neu eingeschlagenen Weg auch beizubehalten. Dabei arbeiten pädagogische Fachkräfte Hand in Hand mit Kriminlabeamten zusammen.

Aber nicht nur der Kampf gegen die Jugendkriminalität, sagt sie, sei ihr ein besonderes Anliegen, sondern auch die Kriminalitätsrate im Rhein-Kreis weiter zu senken. Heidi Fahrenholz ist ledig und hat keine Kinder. In ihrer Freizeit macht sie gerne Sport und spielt gelegentlich Doppelkopf. Nun wird sie sich auch bemühen, sich die Namen ihrer Mitarbeiter zu merken. Ebenfalls keine so leichte Aufgabe bei immerhin 750.
Anneli Goebels