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Rhein-Kreis Neuss: Hausbesuche als Vorsorge

Rhein-Kreis Neuss : Hausbesuche als Vorsorge

Heute wird im Sozial- und Gesundheitsausschuss auch über das Projekt "Präventive Hausbesuche" des Gesundheitsamtes gesprochen, das im Januar starten soll. Pilotstädte sind Grevenbroich und Neuss.

Ältere Menschen sollen länger in ihren Wohnungen bleiben können. Dadurch wird die "Heimeinweisungsquote" gesenkt, was wiederum das Budget des Rhein-Kreises entlastet. Denn 2011 zahlte der 21,6 Millionen Euro an Unterstützung für Menschen in Pflegeeinrichtungen. Ausgehend von den gleichen Pro-Kopf-Kosten pro Senior (ca. 13 500 Euro) würden diese Kosten 2030 schon 28,2 Millionen Euro betragen.

Um die nun zu drosseln, möchte das Gesundheitsamt im Januar mit dem Projekt "Präventive Hausbesuche" starten. Das Projekt sei zunächst auf drei Jahre angelegt, wie Carsten Rumpeltin, Abteilungsleiter Gesundheitsplanung und -förderung und einer der Projektkoordinatoren, mitteilt. So soll Einwohnern ab 75 Jahren der Besuch entsprechend geschulter Kräfte angeboten werden. "In dem Anschreiben soll bereits ein Foto der Person abgebildet sein, die käme, wenn der Angeschriebene das möchte", erklärt Rumpeltin.

Bei diesem Besuch stellen die Kräfte dann fest, ob und welcher Unterstützungsbedarf besteht. "So könnte man jemandem, der sich sehr unsicher in den eigenen vier Wänden bewegt, zu einem Sturzpräventionskursus raten, oder jemandem, der kaum noch in seine Dusche kommt, weil sie so hoch ist, eine Wohnraumberatung empfehlen, so dass das Bad barrierefrei umgestaltet wird", sagt Rumpeltin. Wichtig sei ebenfalls, dass Alleinstehenden geholfen werde, wieder soziale Kontakte aufzubauen.

All diese kleinen Mosaiksteinchen dienen dazu, dass die Menschen möglichst spät pflegebedürftig werden. Dazu muss sich ihr häusliches Umfeld möglicherweise ändern, was wiederum die Besuchskräfte erkennen müssen.

Die Besuche sind für die Senioren kostenlos, und natürlich nicht verpflichtend. Begonnen werden soll in Grevenbroich mit den Stadtteilen Frimmersdorf und Neurath, in Neuss mit Erfttal. Vermittelt werden die Besuche durch sogenannte Koordinierungsstellen.

"Diese Aufgabe wird in Erfttal der Sozialdienst katholischer Männer übernehmen, in Grevenbroich wahrscheinlich die Arbeiterwohlfahrt", teilt Carsten Rumpeltin mit. Finanziert werden, so schlagen es die Koordinatoren vor, könnte das Projekt zu einem Drittel vom Rhein-Kreis, zu einem weiteren Drittel von der Pflegekasse und das letzte Drittel könnten Sponsoren übernehmen. Dass die gefunden werden, daran hat Rumpeltin keinen Zweifel.

Heute nun werden sich erst einmal die Mitglieder des Sozial- und Gesundheitsausschusses ab 17 im Kreishaus Grevenbroich mit den Hausbesuchen beschäftigen.

(NGZ/rl)