Guildo Horn singt beim "Reuschenberger Frühling" in Neuss

Der „Meister“ beim Reuschenberger Frühling in Neuss : Guildo Horn krönt Musikwochenende

Der Musiker machte mit seiner Band „Die orthopädischen Strümpfe“ das Festzelt beim „Reuschenberger Frühling“ zur größten Partyzone der Stadt. Das Landespolizeiorchester fand tags zuvor nicht die erhoffte Zuhörerschar.

Guildo Horn und seine Band „die Orthopädischen Strümpfe“ zu Gast in Reuschenberg: Für Jens und Michi aus Weckhoven sowie für alle Fans im Festzelt an den Finkenstraße bedeutet das am Samstag vor allem eines: eine Risenparty. Und für Andy Brenninger war der Besuch sogar ein Muss. Der Verkaufsleiter der Erdinger Brauerei, Mitglieds-Nummer 18 im Guildo-Horn-Fanclubs, kam mit Ehefrau Andrea am Veranstaltungstag aus Bayern angereist, um auch in Reuschenberg seinem Idol nah zu sein. Er sollte eine Show erleben, die das Fan-Publikum über die Maßen begeisterte – auch wenn sich Hans B. aus Neuss mit der Performance nicht so recht anfreunden konnte.

Aber: Mit welchen Erwartungen war der Oktoberfest-Fan zum Guildo-Horn-Konzert gekommen? Immerhin konnte Hans B. das Schlager-Feuerwerk des Vorprogramms gefallen. Von DJ Titschy sachkundig begleitet, waren mit Max Weyers und Linus zwei Sänger in die Gartenvorstadt gekommen, die im Schlagergeschäft eine bekannte Nummer sind. Sie boten eine tolle Bühnenshow und viele populäre „Ohrwürmer“. Besonders Linus animierte in verschiedenen Rollen und mit seiner vielseitigen Stimme die Gäste dazu, die Hits  der 70er und 80er Jahre mit zu singen und zu tanzen. Er brachte die Menge auch zum Schunkeln, etwa zu Liedern von Hans Albers, wobei er auf einem Rippenheizkörper das Akkordeon-Spiel simulierte. Allein diese beiden Interpreten waren schon das Eintrittsgeld wert.

Guildo Horn und seine Band machten beim „Reuschenberger Frühling“ am Samstag das Festzelt zur größten Partyzone der Stadt. Foto: Andreas Woitschützke

Endlich aber kam Guildo Horn mit seinem aktuellen Programm „Strumpf ist Trumpf“ auf die Bühne, professionell begleitet von den „Orthopädischen Strümpfen“. Die sind schon für sich genommen eine Institution im Schlagergeschäft. Stark in der Band: LaBelle am Saxophon, von Großmeister Horn als „die Piemont-Kirsche auf der Sahnetorte“ angekündigt.

Und dann ging der Wahnsinn los. Singen kann er, Stimmung machen auch. Horn tobte über die Bühne und versprach im direkten Kontakt mit dem Publikum: „Wir geben alles“. Am Schluss versöhnte die Musik, für die Horn manche Anleihe bei Udo Jürgens nahm, sogar Bayern-Fan Andy und Dortmund-Fan Jens, die an diesem Samstagabend Fußballwelten trennten.

Horn war der Top-Gast beim „Reuschenberger Frühling“ der Bürgerschützen, die aber schon am Freitag das Landespolizeiorchester in ihr Festzelt eingeladen hatten. Das Berufsorchester mit 45 Mitgliedern gab in sinfonischer Besetzung ein Benefizkonzert zugunsten des Vereins „Himmelblaue Traumfabrik“ und des Heimatvereins Reuschenberg. Die Polizeimusiker unter Leitung von Helmut Heister präsentierten dazu eine breite Palette von anspruchsvoller und populärer Klassik; von Filmmusik, Swingmelodien und Märschen. Reiner Schiffer vom Festkomitee: „Sie haben sogar das Neusser Heimatlied gespielt“ - leider nur vor weniger Gästen als erhofft.

Trotzdem wertet Alt-Präsident Hardy Nottinger den ersten Versuch, mit einem musikalischen Fest  in das Frühjahr zu starten, als Erfolg. „Wir wollten zeigen, dass der Bürger-Schützen-Verein korpsübergreifend ein Teil des kulturellen Lebens in der Gartenvorstadt ist.“

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