Gründer sollten haushalten

(tmn) Unternehmer kann jeder werden: "Unternehmertum kann man lernen", sagt Carsten Rudolph, Geschäftsführer der MBPW GmbH in München, die Gründer und junge Unternehmen unterstützt. Dennoch ist die Selbstständigkeit nicht für jeden etwas. "Was man braucht, ist Mut, die Fähigkeit, mit Unsicherheiten umzugehen, und die Kraft, aus eigenem Antrieb zu arbeiten."

Ein wichtiges Thema: die Finanzen. Dabei sollte man sich auch Gedanken machen, wie man vor der Gründung finanziell aufgestellt ist. "Eigenkapital ist sinnvoll, besonders um die Unwägbarkeiten der ersten Phase als Unternehmen auf dem Markt abpuffern zu können", sagt Christof Starke von der Gründungswerkstatt Hannover.

Häufig ist ein Unternehmen in der Startphase zwar wegen Investitionen und Anschaffungen noch nicht rentabel, aber es sollte stets in der Lage sein, Verbindlichkeiten bezahlen zu können.

Gründer sollten nicht ihr gesamtes Geld auf einmal ausgeben, um dann nach einem Drittel der Strecke zu merken, dass ihr Kapital nicht reicht. "Wenn ich weiß, ich kann mit eigenen Mitteln nur einen Teil des Weges gehen, dann sollte ich diese nicht ausgeben", sagt Rudolph. Denn Eigenkapital ist auch notwendig, um die Bank zu überzeugen, ein Darlehen beizusteuern. "Die Förderangebote des Bundes zur Unterstützung von Unternehmensgründungen setzen ein finanzielles Engagement des Gründers von 15 bis 20 Prozent der Gesamtinvestitionssumme voraus", sagt Starke. Eine Ausnahme macht der Gründerkredit der KfW, der eine Eigenbeteiligung nicht zwingend vorschreibt. Dabei muss Eigenkapital nicht immer nur Geld sein, das sind auch bereits angeschaffte Maschinen oder das Auto.

Viele Banken oder auch die Agentur für Arbeit verlangen einen Businessplan von den Gründern. Aber auch, wenn dieser nicht vorgeschrieben ist, sollte jeder künftige Unternehmer einen aufstellen. "So wird man gezwungen, sich Gedanken zu machen", sagt Starke. Denn wenn man die Idee aufschreibt, fallen den künftigen Unternehmern eher mögliche Lücken auf. "Entscheidend ist es, einen roten Faden zu haben und schlüssig die Idee darzustellen." Der Experte rät auch, den Businessplan nach der Gründung nicht zu den Akten zu legen und bei Veränderungen anzupassen.

Gründer sollten zudem kaufmännisches Wissen mitbringen. "Man muss Zahlen nicht lieben, aber sollte doch etwas haushalten können und Bereitschaft haben, ein kalkulierbares Risiko einzugehen", sagt Starke. Gründer sollten vorausschauend planen können und die wichtigsten Zusammenhänge verstehen.

(DPA-TMN)