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Rhein-Kreis Neuss: Grappa am Arbeitsplatz

Rhein-Kreis Neuss : Grappa am Arbeitsplatz

Rhein-Kreis Neuss Judith Schroth bringt's auf den Punkt: "Wertvolle Informationen, die früher nur Experten zugänglich waren, kommen jetzt jedem Mitarbeiter in allen Rathäusern zu Gute.

Rhein-Kreis Neuss Judith Schroth bringt's auf den Punkt: "Wertvolle Informationen, die früher nur Experten zugänglich waren, kommen jetzt jedem Mitarbeiter in allen Rathäusern zu Gute.

Das erleichtert die Arbeit ungemein." Die aus Köln stammende Expertin geografischer Informationssysteme arbeitet seit knapp acht Jahren bei der Kommunalen Datenverarbeitungszentrale (KDVZ) Neuss. Mit ihrem Grevenbroicher Kollegen Ralf Dixneit zeichnet Judith Schroth verantwortlich für das Projekt "Grafischer Präsentations-Arbeitsplatz", kurz Grappa genannt.

Das komfortable Auskunftsprogramm ermöglicht anschauliche Karten und Pläne über Themenbereiche von Altlast bis Zuwanderung. Nach den letzten Einführungsveranstaltungen in Rommerskirchen und Kaarst wird es nun flächendeckend im Rhein-Kreis Neuss angewandt.

Dabei wendet sich der KDVZ-Servicebereich "Grafische Datenverarbeitung" keineswegs nur an Vermessungs- und Katasterämter. Die Anwendungen gehen mittlerweile weit darüber hinaus. Kommunale Statistiker stellen mit den modernen Präsentationsmöglichkeiten Altersstrukturen, Nationalitäten und Familienstände in den Orten dar. Bekannt sind die Grafiken der Wahlergebnisse. Aber auch schützenswerte Bäume oder Denkmäler lassen sich dank Grappa übersichtlich erfassen. Grundlage ist die jeweils gültige Flurkarte mit den Grundstücks- und Bebauungsgrenzen.

"Letztlich geht es um die genaue Zuordnung von Informationen zu einem Punkt auf einer Karte", erklärt Judith Schroth. Sie entwickelt Programme und Schnittstellen, die die speziellen Datenbanken mit den Karten verknüpfen.

Da kann's auch um Bürgersteig-Absenkungen oder Gullydeckel gehen, die in den elektronischen Stadtplan eingeblendet und ausgedruckt werden. Statt in einer handgezeichneten Karte zu zählen, wie viele Leuchten an einem Weg stehen, recherchiert der Verwaltungsmitarbeiter in der Datenbank. Druckt er den entsprechenden Plan aus, dann greift das Programm nicht nur auf die Flurkarte, sondern auch auf die Informationen über Straßenlaternen zurück und zeichnet sie an den richtigen Stellen ein - auf Wunsch mit dem passenden Luftbild im Hintergrund.

"Wer bauen will, erkennt den Vorteil der grafischen Datenverarbeitung sehr schnell", freut sich Judith Schroth. Das wird etwa beim Bau einer Garage deutlich: Statt in Akten, Listen oder Karten nachzuschlagen, ob etwas gegen das Vorhaben spricht, können am Bildschirm im Bauordnungsamt alle Informationen übers Grundstück zusammengefasst werden. "Sie sind so genau, dass sogar Strecken und Entfernungen gemessen werden. Dafür muss kein einziger Aktenschrank mehr geöffnet werden", sagt die Fachfrau.

(NGZ)