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Rhein-Kreis Neuss: Gewerkschaft fordert mehr Zollkontrollen

Rhein-Kreis Neuss : Gewerkschaft fordert mehr Zollkontrollen

Die Gewerkschaft IG Bau ist ist alarmiert: Auf immer mehr Baustellen im Rhein-Kreis wird der Mindestlohn unterlaufen. Das legen Zahlen des Hauptzollamtes Krefeld nahe. 43 Verfahren wegen Lohntricksereien wurden 2012 eingeleitet.

Die Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt will Lohndrückern auf Baustellen im Rhein-Kreis das Handwerk legen. Die Arbeitnehmervertretung mit Sitz in Düsseldorf fordert mehr Kontrollen von Mindestlöhnen. Dies sei insbesondere deswegen notwendig, um ehrliche Baubetriebe im Rhein-Kreis vor kriminellen Lohnpraktiken unseriöser Konkurrenzfirmen zu schützen.

Anlass für die Forderung sind Ermittlungszahlen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit in Krefeld, die die Gewerkschaft jetzt vorgelegt hat. Sie zeigten, dass auf zahlreichen Baustellen in der Region noch immer der tarifliche Mindestlohn unterlaufen wird.

"Im vergangenen Jahr hat das für den Rhein-Kreis zuständige Hauptzollamt Krefeld in der gesamten Region 678 Mindestlohn-Kontrollen auf dem Bau durchgeführt. Als Ergebnis wurden in 43 Fällen Ermittlungsverfahren eingeleitet", sagt Dennis Macko, Vorsitzender des IG BAU-Bezirksverbands Düsseldorf.

Er geht davon aus, dass die Dunkelziffer der Mindestlohn-Verstöße jedoch weitaus höher liegt: "Wenn bei stichprobenartigen Kontrollen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit in der Region schon dieses Ergebnis herauskommt, dürften die tatsächlichen Mindestlohn-Verstöße einen weitaus größeren Umfang haben."

Die Zahlen seien ein klares Indiz dafür, dass es immer noch etliche Unternehmen gebe, die sich bewusst nicht an die tariflichen Lohnuntergrenzen im Baugewerbe hielten. Macko: "Diese zahlen ihren Beschäftigten weniger, um billig an Aufträge zu kommen" Und das führe zu einer massiven Wettbewerbsverzerrung. "Die Baubetriebe im Rhein-Kreis, die seriös und ehrlich arbeiten, sind die Leidtragenden dieser kriminellen Lohn-Praktiken", sagt Macko.

Um die "schwarzen Schafe" auf den Baustellen zu überführen, müsse der Mindestlohn stärker und intensiver kontrolliert werden, fordert die Gewerkschaft. Nur gelegentliche Überprüfungen reichten nicht aus. "Dafür muss das Personal der Finanzkontrolle Schwarzarbeit aber deutlich aufgestockt werden. Mittlerweile gibt es in immer mehr Branchen Mindestlöhne.

Da kommt der Zoll mit den Kontrollen einfach nicht mehr nach. Für die vielen neuen Mindestlöhne, die zu kontrollieren sind, ist die Finanzkontrolle Schwarzarbeit personell einfach nicht vorbereitet", kritisiert der IG BAU-Bezirksvorsitzende. Es dürfe nicht dazu kommen, dass durch Personalengpässe und zu wenig Kontrollen Tricksereien beim Lohn kalkulierbar würden, meint Macko.

(kho)