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Rhein-Kreis: Geldautomaten: Für Fremdkunden wird’s teuer

Rhein-Kreis : Geldautomaten: Für Fremdkunden wird’s teuer

Wer den Komfort in Anspruch nimmt, den nächst liegenden Geldautomaten zu benutzen, für den kann das teuer werden, wenn er nicht Kunden der anbietenden Bank ist. So nehmen die regionalen Geldinstitute im Rhein-Kreis, wie die Sparkasse Neuss, die VR Bank Dormagen sowie die Volksbank Düsseldorf-Neuss pro Auszahlung mit Bankkarte eine Gebühr von 3,95 Euro für Fremdkunden.

Zurzeit prüft das Bundeskartellamt bei Sparkassen und Volksbanken, ob das zu hoch ist. Zum Vergleich: Postbank, Commerzbank und Targobank sowie die Santander Consumer Bank nehmen jeweils 1,95 Euro. Die "örtlichen" und teureren jedoch verteidigen ihr Modell.

"Wir bieten mit 110 Geldautomaten im Rhein-Kreis eine flächendeckende Versorgung an. Das ist Service. Dahinter stecken keine Gewinnabsichten", erklärt Stephan Meiser, Sprecher der Sparkasse Neuss. Andere Geldinstitute würden die Kosten für solch ein flächendeckendes Netz scheuen", fügt Meiser hinzu. So würden die Commerzbank, die Deutsche Bank, die Hypo-Vereins und die Postbank als Cash Group lediglich knapp 40 Automaten im Rhein-Kreis anbieten.

Außerdem: "Würden wir die Gebühr für Fremdkunden herabsetzen, müssten wir eine für unsere eigenen Kunden erhaben. Das wäre nicht zu vermitteln." Auch Theo Siebers bemerkt, dass sein Institut "sehr viel mehr Automaten" aufstelle als andere. Der Vorstandsvorsitzende der VR Bank Dormagen mit Zweigstellen in Holzheim, Hoisten, Uedesheim, Norf und Grimlinghausen möchte zudem mit dem Vorwurf aufräumen, dass die Banken vor Ort ihre Monopolstellung ausnutzen.

Kein Monopol

"Zwar sind wir häufig die einzigen Anbieter der Dienstleistung Geldausgabeautomat in kleineren Ortschaften, jedoch handelt es sich dabei nicht um ein echtes Monopol, da wir weder theoretisch noch faktisch in der Lage wären, einen Mitbewerber daran zu hindern, dort ebenfalls einen Automaten aufzustellen." Und er stellt die Frage, warum die Groß- und Direktbanken denn nur so wenige Zweigstellen und Geldautomaten unterhalten, wenn das doch angeblich so tolle Gewinne verspräche. Dass ihre Gebühren nicht zu hoch seien, meint auch Carsten Feldbinder, Sprecher der Volksbank Düsseldorf-Neuss.

Noch in dieser Woche will das Kartellamt die Ergebnisse der Befragung bekannt geben.