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Gegen das Coronavirus: Diese Maßnahmen hat der Rhein-Kreis Neuss schon umgesetzt

Teststellen, Hotline, Schutzkleidung : Das sind die Coronamaßnahmen im Rhein-Kreis Neuss

Teststellen in Neuss und Grevenbroich, eine Fieber-Notfallpraxis oder ein Behelfskrankenhaus - der Rhein-Kreis gibt einen Überblick, welche Maßnahmen bereits getroffen wurden.

Seit dem 26. Februar haben der Rhein-Kreis Neuss und der dort eingerichtete Krisenstab Maßnahmen umgesetzt: Sie sollen dazu beitragen, Infektionen mit dem Coronavirus zu verringern und gleichzeitig die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems sicherstellen. „Wir reagieren dabei nicht nur auf die jetzige Situation, sondern treffen schon jetzt Vorkehrungen, falls sich die Situation verschärfen sollte und wir mehr schwer Erkrankte haben“, sagt Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Nach Einschätzung des Robert-Koch-Institutes stehe der Höhepunkt der Infektionen in Deutschland noch bevor. Petrauschke lobt das gute Zusammenspiel aller Akteure, ob in der Kreisverwaltung und den Kommunen, den Krankenhäusern, dem Rettungsdienst, den niedergelassenen Ärzten, den Pflegeeinrichtungen oder Hilfsorganisationen und der Politik. In den Dank bezieht er auch die Menschen im Kreis ein. „Ein Großteil hält sich an die Einschränkungen im öffentlichen Leben. Dies ist entscheidend um die Ausbreitung des Coronavirus zu begrenzen“, sagt er und appelliert weiter daran, sich an die Verhaltensregeln zu halten.

  • Teststellen in Neuss und Grevenbroich: Um Haus- und Kinderärzte sowie Notfallambulanzen zu entlasten gib es Teststellen in Neuss (seit dem 11. März) und Grevenbroich (seit dem 18. März) . Eine durch das Praxisnetzwerk Dormagen betriebene Teststelle ist seit dem 22. März in die Teststelle Neuss übergegangen. Eingerichtet hat sie der Rhein-Kreis Neuss gemeinsam mit den Städten Neuss und Grevenbroich, der kassenärztlichen Vereinigung und den niedergelassenen Ärzten. Das Test-Verfahren kann nur nach einer Terminvergabe durch das Kreis-Gesundheitsamt in Anspruch genommen werden.Bis Dienstag wurden in den Teststellen insgesamt 2091 Abstriche für einen Test auf eine Infizierung mit dem Coronavirus genommen. Hinzu kommen Tests in Arztpraxen und in Kliniken. Die Kapazitäten der beiden Teststellen wurden inzwischen auf insgesamt wöchentlich etwa 1300 Testungen erhöht.
  • Kreisweite Fieber-Notfallpraxis: Am 1. April nimmt eine Fieber-Notfallpraxis ihren Betrieb auf. In der Einrichtung sollen Patienten Klarheit erhalten, wie ihre Krankheitssymptome zu bewerten sind. Der Zugang ist nur nach einer vorherigen Überweisung durch den Hausarzt möglich. Dadurch sollen die Haus- und Kinderärzte, aber auch die Notfallambulanzen der Krankenhäuser entlastet werden. Initiiert wurde die Praxis durch den Kreis, die Stadt Neuss, die Kassenärztliche Vereinigung und die niedergelassenen Hausärzte. Die Leitung übernimmt der Neusser Lungenfacharzt Dr. Johannes Uerscheln. Der Rhein-Kreis Neuss stellt die Schutzausrüstung und übernimmt die Kosten für das nichtärztliche Personal, die Stadt Neuss wiederum stellt Räumlichkeiten, Einrichtung, WLAN und Security. Die Kassenärztliche Vereinigung übernimmt unter anderem Teile der Technik, das DRK unterstützt logistisch.
  • Station im Rheinland Klinikum Grevenbroich: Im Rheinland Klinikum Grevenbroich wurde als Vorsorgemaßnahme eine spezielle Station eingerichtet Dort können Menschen untergebracht werden, die Hilfe in ihrer häuslichen Quarantäne benötigen. Die Zuweisung in die Station erfolgt über das Kreis-Sozialamt. Das Krankenhaus sorgt für die logistische Unterstützung wie Reinigung, Hol- und Bringedienst sowie die Mahlzeiten der Patienten. Der Malteser Hilfsdienst stellt das Personal zur Betreuung der Menschen und organisiert die Abläufe. Der Kreis finanziert die Einrichtung.
  • Behelfskrankenhaus: Um für den Fall stark steigender Patientenzahlen in den Krankenhäusern vorbereitet zu sein, arbeitet der Rhein-Kreis Neuss aktuell an der Einrichtung eines Behelfskrankenhauses für bis zu 300 nicht an Coronaviren erkrankte Patienten. Standort dieses „Behandlungszentrums Rhein-Kreis Neuss“ soll das Areal Böhler in Meerbusch sein. Das Krankenhaus soll nur zum Einsatz kommen, wenn die Möglichkeiten zur stationären Versorgung der Patienten im Rhein-Kreis Neuss überlastet sind. Untergebracht werden sollen hier Patienten, die einer stationären Versorgung aber keiner intensiven Therapie bedürfen und die nicht mit dem Coronavirus infiziert sind. Der Kreis hat hier die Federführung und trägt die Kosten für die Einrichtung des Krankenhauses. Die Stadt Meerbusch hat bei dem Abschluss des Mietvertrages vermittelt.
  • Zentrale Patientensteuerung Der Kreis hat eine Zentrale Patientensteuerung eingerichtet. Hierdurch werden Patienten in der stationären Versorgung der Krankenhäuser im Rhein-Kreis Neuss so auf die Krankenhäuser, Reha-Einrichtungen und Pflegeheime verteilt, damit eine Überlastung einzelner Einrichtungen vermieden wird und die Patienten eine gute medizinische Versorgung erfahren.
  • Krankenhaus-Kapazitäten: Der Landrat die Krankenhäuser angewiesen auf nicht dringend notwendige Operationen zu verzichten und so ausreichende Kapazitäten für die Behandlung von Corona-Patienten vorzuhalten. Dadurch konnten in den Krankenhäusern bislang insgesamt 230 Plätze speziell für mit dem Coronavirus infizierte Patienten eingerichtet werden. Die Intensiv- und Beatmungsplätze konnten verdoppelt werden. Umfasst sind hierbei das Johanna Etienne Krankenhaus, das St. Alexius/Josef Krankenhaus, das Rheinische Rheumazentrum, die Mauritius Therapie Klinik, die Niederrhein Klinik sowie das Rheinlandklinikum mit den Standorten Neuss (Lukas und Rheintorklinik), Grevenbroich und Dormagen.
  • Beschaffung von Schutzkleidung: Der Kreis habe frühzeitig mit der zentralen Beschaffung von Schutzkleidung, insbesondere Masken, Kittel, Brillen und Desinfektionsmittel, begonnen. Der Bestand werde fortlaufend aufgefüllt, sofern auf dem Markt Ware verfügbar ist.
  • Organisatorische Neuaufstellung im Gesundheitsamt Im Gesundheitsamt des Kreises wurde eine Sonderabteilung zum Thema ‚Covid 19’ eingerichtet. Die neue Einheit arbeitet an sieben Tagen in der Woche im Zwei-Schicht-Betrieb von 6 bis 22 Uhr. In einer Dispositionsstufe wird der Sachverhalt aller Eingänge für die angegliederten Fallbehandlungsteams aufbereitet. Diese übernehmen dann den direkten Kontakt zu den Verdachtsfällen, überprüfen und dokumentieren die Symptome, bewerten zum Beispiel, ob ein Test angebracht ist, und sprechen gegebenenfalls auch die Anordnung einer häuslichen Quarantäne aus. Zudem werden alle Infizierten und Personen in Quarantäne regelmäßig aktiv kontaktiert und auf ihre Symptome befragt.
  • Bürger-Hotline: Zur Beantwortung von wichtigen gesundheitlichen Fragen zum Coronavirus hat der Kreis seit dem 26. Februar unter der Telefonnummer 02181/601-7777 eine Hotline geschaltet. Diese ist montags – freitags von 8 – 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 9 - 18 Uhr erreichbar. Bis zum 30. März wurden hier insgesamt knapp 10 000 Anrufe angenommen.
  • Online-Börse für Helfer: Um freiwillige Helfer und Einrichtungen, die personelle Unterstützung benötigen zusammenzubringen, hat der Rhein-Kreis Neuss eine Online-Börse geschaffen. Unter rkn.nrw/ehrenamt können sich Freiwillige melden, die im Zusammenhang mit Corona unterstützen möchten. Dies kann Hilfe bei Einkäufen, Apothekengängen, oder den Hund ausführen ebenso sein wie Unterstützung im Krankenhaus oder in Pflegeeinrichtungen. Hierbei wird auch die Qualifikation, unter anderem eine mögliche medizinische Vorbildung erfragt, so dass passgenau vermittelt werden kann. Die Daten werden dann an Hilfsorganisationen und Einrichtungen weitergegeben, die Unterstützung benötigen. Diese können sich unter rkn.nrw/hilfesuchende melden.
  • Einkaufshilfe für Menschen unter Quarantäne Für Menschen, die unter Quarantäne stehen und Hilfe im Alltag, insbesondere bei Einkäufen, benötigen, hat der Rhein-Kreis Neuss eine gesonderte Hotline eingerichtet. Unter der Telefonnummer 02181/601-5738 können sie sich beim Kreis-Sozialamt melden. Dort wird alles aufgenommen und an die Aktionspartner Caritas und Diakonie weitergegeben.
  • Information über Soforthilfe für Unternehmen Einen Überblick über die Soforthilfen für Unternehmen hat der Rhein-Kreis Neuss auf seiner Homepage unzusammengestellt. Zudem werden die Unternehmen über den Newsletter der Wirtschaftsförderung über neue Unterstützungsmöglichkeiten informiert und können sich hierzu telefonisch unter der 02131/928-7501 beraten lassen.