Feuilleton Für die ganze Familie

Neuss (hbm) Mit Toulouse-Lautrec hat alles angefangen. Die Ausstellung mit den Werken des französischen Malers im Clemens-Sels-Museum war die Initialzündung dafür, dass Marita Hennig heute sagt: "Zwei Mal im Monat komme ich bestimmt ins Museum."

Manchmal nicht ohne Abstecher in die Geschäfte der Stadt, denn die 46-Jährige wohnt in Kleinenbroich, mag aber von Neuss nicht lassen, obwohl sie nur drei Jahre in der Quirinusstadt gelebt hat.

"Ich bin eben der Stadt sehr verbunden", sagt sie schüchtern lächelnd und holt sich erst einmal einen Kaffee. Den Automaten im Clemens-Sels-Museum kann sie perfekt bedienen, oft sogar anderen Kaffeetrinkern behilflich sein, denn die Mutter von drei Kindern sitzt häufig dort, wenn sie selbst ihre Rundgänge durch das Haus beendet hat und dann etwa auf Tochter Julia wartet.

Diese gehört nämlich zu den Kinderführern des Hauses, seit der Museumspädagoge Dr. Thomas Ludewig das Mädchen bei der einer Führung durch die Eisenbahn-Ausstellung angesprochen hatte. Was die Bindung der Familie Hennig an das Haus noch stärker macht, zur Mitgliedschaft im Förderverein und natürlich auch zum Kauf einer Familienkarte führte. Nur Vater Hubert hält sich da ein bisschen raus: "Er ist mehr für Fußball", sagt Marita Hennig lächelnd.

Auch der neunjährige Sohn Christoph muss immer ein bisschen überredet werden, aber er interessiert sich für archäologische Abteilung des Hauses, und seine Mutter weiß schon jetzt, dass die neue Ausstellung "Alles geritzt" etwas für ihn sein wird. Dass die Kinder - auch die elfjährige Victoria - immer wieder gerne ins Clemens-Sels-Museum mitgehen, hat für Marita Hennig vor allem einen Grund. "Sie dürfen sich hier frei bewegen."

Andere Häuser, so hat sie bereits festgestellt, sehen es nicht gerne, wenn Kinder ohne elterliche Begleitung durch die Räume gehen. Sie selbst nutzt auch gerne die Chance, ohne die Kinder Führungen mitzumachen: "Ich finde es ausgesprochen gut, dass man da je nach Zeit mal eine lange Führung am Nachmittag, mal eine kurze in der Mittagspause wählen kann."

(NGZ)
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