Andreas Potulski, Schauspieler bei "Verbotene Liebe": Früher: Don Quichote. Heute: Von Beyenbach

Andreas Potulski, Schauspieler bei "Verbotene Liebe": Früher: Don Quichote. Heute: Von Beyenbach

Von Claudia Stamm

Von Claudia Stamm

Andreas Potulski (21) wählte den Deutsch und Englisch Leistungskursus am Norbert-Gymnasium Knechtsteden, wohnt noch in Dormagen und fährt kein eigenes Auto. Schön, aber wer ist Andreas Potulski? Den meisten dürfte er besser bekannt sein als Felix von Beyenbach. Denn diese Figur ist er als Schauspieler in der Soap Opera "Verbotene Liebe". Felix von Beyenbach - so kennen die Fans ihn als Jungen aus betuchtem Elternhaus aus der ARD-Serie "Verbotene Liebe". Doch die wenigsten wissen, dass der Serienstar gebürtiger Dormagener ist, auf das Norbert-Gymnasium ging und jetzt sogar noch in der Chemiestadt im Haus seiner Eltern wohnt.

Hallo Andreas, Du spielst seit eineinhalb Jahren bei der ARD-Vorabendserie "Verbotene Liebe" mit. Wie bist du eigentlich dazu gekommen?

Andreas: An die Rolle bin ich über eine Episodenrolle gekommen. Danach hat mich die Produktion für eine Hauptrolle vorgeschlagen.

Wie sieht Dein Drehtag aus?

Andreas: Wir bekommen donnerstags unsere Disposition. Diese bestimmt den Drehablauf für die kommende Woche. Und von dienstags bis freitags wird normal gedreht. Wir arbeiten zwischen 8 Uhr und 18.30 Uhr, davon sind auch drei Tage reiner Außendreh.

Wo siehst Du Dich in etwa zehn Jahren - beruflich und privat?

Andreas: Ich hoffe, dass ich mit 31 Jahren auf der Schauspielschule gewesen bin und dann eine abgeschlossene Ausbildung als Schauspieler habe. Und dann auch gute Engagements bekomme. Privat ist es, glaube ich, etwas müßig zu spekulieren.

Gibt es eine Traumrolle, Die Du schon immer spielen wolltest? Zum Beispiel die Leiche im "Tatort"?

Andreas (schmunzelt): Es gibt so einige Projekte und Drehbücher, die mich interessieren. Aber im Moment gibt es nichts Konkretes. Und Hollywood ist natürlich der Traum eines jeden Schauspielers.

Du spielst in der Serie "Verbotene Liebe" den reichen Jungen Felix von Beyenbach. Sein Berufswunsch ist es, Regisseur zu werden. Kannst Du Dich mit ihm und seinen Zielen identifizieren?

Andreas: Felix ist eine ganz andere Person als ich, und ich hab" nicht den Traum, Regisseur zu werden. Ich habe auch einen anderen sozialen Hintergrund. Es gibt vielleicht einige Situationen, die ich auch durchlebt habe. Aber im Grunde unterscheidet uns mehr als uns verbindet.

Hast Du irgendwelche Vorbilder?

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Andreas: Ja, die gibt es sicherlich. Im literarischen Bereich Friedrich Schiller. Im sportlichen Bereich Lennox Lewis. Das sind für mich Leute, die das Wort "Superlativ" definieren. Die beiden Personen sind für mich sehr interessant. Aber ich möchte da nichts nachmachen, und ich möchte auch nicht den selben Weg einschlagen.

Was oder wer hat Dich beeinflusst, in die Schauspielerei zu gehen?

Andreas: Ich habe mich schon in meiner Kindheit dafür interessiert. Sei es, dass ich Leute imitiert habe, oder ich einen Selbstdarstellungsdrang verspürt habe. Den konnte ich auch dann auch in der Literaturaufführung "Don Quichote" am Norbert-Gymnasium Knechtsteden ausleben.

Wenn Du Dir jetzt die ersten Folgen der "Verbotene Liebe" ansehen würdest, siehst Du selber eine Entwicklung Deines Schauspieltalents?

Andreas: Da hat auf jeden Fall eine Entwicklung stattgefunden. Das liegt sicherlich daran, dass wir hier neben der Serie die Möglichkeit haben, Schauspielunterricht zu nehmen. Ich habe vorher nie an einer solchen Rolle gearbeitet und noch nie so kontinuierlich gedreht. Ich finde schon, dass man stolz sein kann, wenn man sieht, dass man sich so gut entwickelt hat.

Wie kannst du mit Kritik umgehen?

Andreas: Ich bekomme Fanpost, und diese ist meist geprägt von Phrasen wie "Du bist ein ganz süßer, guter Schauspieler". Das ehrt mich natürlich schon, aber eine ernst zu nehmende Kritik erwarte ich von meinen Schauspiellehrern oder vielleicht auch von renommierten Schauspielerkollegen. Ich bin sehr dankbar für Kritik, und es spornt mich an, besser zu werden.

Hast Du Tipps für Anfänger, die sich auch in einer Soap-Opera probieren wollen?

Andreas: Schüler sollten zum Beispiel in Literaturaufführungen mitwirken. Man kann auch Jobs als Komparsen übernehmen, zum Beispiel auch bei der "Verbotenen Liebe". Dann kann man sich auch ein Bild von dem Arbeitsablauf machen.

Du wohnst in Dormagen noch im elterlichen Haus und bist zum Norbert-Gymnasium Knechtsteden gegangen. Hast Du noch Kontakte zu Deinen "alten" Freunden?

Andreas: Mein Freundeskreis ist schon immer beschränkt gewesen. In sofern habe ich meine alten Schulfreunde im Großen und Ganzen auch behalten. Aber sonst ist es auch - wie eigentlich bei jedem anderen Menschen, der in ein neues soziales Umfeld kommt, habe ich viele neue Leute kennen gelernt.

Und wenn Du nicht gerade für die "Verbotene Liebe" drehst oder mit Deiner Freundin unterwegs bist, was machst Du so?

Andreas: Ich schreibe gerne und bringe Ende August mit meinem Schauspielfreund Ferhat Kaleli ein Gedichtband heraus. Es heißt "Cosmos".

(NGZ)
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