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Fachkräftemangel im Rhein-Kreis Neuss: RheinCargo fehlt das Bahn-Personal

Fachkräftemangel im Rhein-Kreis Neuss : RheinCargo fehlt Bahn-Personal

Tagtäglich werde man mit dem Fachkräftemangel konfrontiert. „Das betrifft sowohl den Ingenieur, aber auch den kaufmännischen, vor allem jedoch den Lokführer-Bereich.“ Das sagte am Mittwoch Jan Sönke Eckel, Geschäftsführer der RheinCargo GmbH & Co.KG anlässlich der jährlichen Bilanz des Projekts „Fachkräfteberatung für Unternehmen“.

Dieses Projekt ist eine Kooperation der Agenturen für Arbeit Krefeld und Mönchengladbach gemeinsam mit der IHK Mittlerer Niederrhein. Deren Ziel ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, sich im Wettbewerb um begehrte Fachkräfte strategisch besser aufzustellen. Im vergangenen Jahr hat sich auch die RheinCargo beraten lassen. Das Unternehmen, das mit sieben Häfen einen der größten Binnenhafen-Standorte Europas betreibt und mit 90 Lokomotiven rund 19 Millionen Tonnen an Gütern auf der Schiene transportiert, spürt insbesondere den deutschlandweiten Mangel an qualifiziertem Bahnpersonal. „Wir sind im klassischen Fernverkehr wie die Deutsche Bahn Cargo tätig – nur auf kleinerem Niveau“, erklärt Eckel. Seit der Fachkräfteberatung im Rahmen des Kooperationsprojekts habe RheinCargo seine Suche nach Fachkräften bereits verändert. Mehr Marketing auch in den sozialen Medien, starke Präsenz bei Jobmessen, aber auch die Besinnung auf Alleinstellungsmerkmale zählen dazu, so Eckel. „Es ist mühsam, an die jungen Menschen heranzukommen, aber es gibt erste Teilerfolge.“

Der Fachkräftemangel sei für Unternehmen das wesentlichste Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung, so Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein. Laut dem aktuellen Fachkräftereport der IHK NRW werde der Engpass in der Region von derzeit 5,1 auf 15,6 Prozent im Jahr 2030 steigen. „Daher ist es richtig und wichtig, dass die Kooperation mit den Arbeitsagenturen bis Ende 2020 verlängert wurde“, so Steinmetz.

Mittlerweile geht das Projekt ins achte Jahr. Seit seinem Start wurden 2700 Beratungen in Unternehmen durchgeführt. Arbeitgeber in der Region stehen nicht zuletzt aufgrund der Digitalisierung der Arbeitswelt und der demographischen Entwicklung vor besonderen Herausforderungen und haben erhöhten Beratungsbedarf, so Bettina Rademacher-Bensing, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Krefeld. Gerade klein- und mittelständischen Unternehmen mit fünf bis 80 Mitarbeitern komme bei der Beratung eine besondere Bedeutung zu.