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Expo Real 2019: Grüne Logistik und ein Campus für Innovation in Dormagen

Immobilienmesse Expo Real 2019 : Grüne Logistik und ein Campus für Innovation

In Dormagen ist der „Schatz am Silbersee“ keine Fiktion: Das geplante Gewerbegebiet am gleichnamigen Gewässer ist erneut einer der Schwerpunkte des Auftritts der Stadt bei der Messe Expo Real.

Die Stadt Dormagen – vertreten durch die Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SWD) - wird auf der Expo Real – Internationalen Fachmesse für Immobilien und Investitionen in München schwerpunktmäßig drei Projekte präsentieren, von denen zwei im vergangenen Jahr schon gezeigt und in der Zwischenzeit vorangetrieben wurden.

Im Gewerbepark TopWest bietet ein 13 Hektar großes, bislang überwiegend als „Friedhofserweiterungsfläche“ ausgewiesenes Areal Raum für die Entwicklung eines Büroquartiers an der A57. Der Bebauungsplan wird laut Verwaltung im Oktober dem Planungs- und Umweltausschuss zur Entscheidung vorgelegt. Im Idealfall liegt Anfang des kommenden Jahres ein rechtskräftiger B-Plan vor.

Platz für Büros und einen Innovationscampus: ein Filetstück an der A57. Foto: Standort Niederrhein GmbH

In einem Workshop mit interessierten Unternehmen aus Dormagen wird die SWD Visionen für einen vier Hektar großen Innovationscampus innerhalb des Büroquartiers entwickeln. Dort könnte ein Zentrum für etablierte Player und Startups aus den Bereichen IT, Software- und App-Entwicklung entstehen und den Anspruch der Stadt unterstreichen, „über den Produktionsstandort hinaus zum Hort für kreative Denkwerkstätten zu wachsen“, wie SWD-Geschäftsführer Michael Bison erläutert.

Zweites Projekt ist die Entwicklung des 100 Hektar großen Areals am namengebenden Silbersee, weiterhin abhängig von der Genehmigung und Umsetzung einer Anschlussstelle Dormagen-Delrath an die A57. Das Verfahren läuft. Die Konzeption sieht einen großflächigen Gewerbe- und Industriestandort für flächenintensive Betriebe (Grundstücke ab fünf Hektar) mit flexiblen Grundstückszuschnitten und einer abschnittsweisen Umsetzbarkeit vor. Dadurch soll insgesamt das Entwicklungsgebiet Silbersee zu einem modernen Gewerbepark für produzierende und artverwandte Nutzungen sowie für Logistik- und Produktionsbetriebe entwickelt werden.

Da die Fläche unter anderem Wald, Frei- und Landschaftsraum in Anspruch nimmt, soll bei der Entwicklung besonders auf ökologische und landschaftsökologische Standards Wert gelegt werden. Die Stadt hat im März 2018 eine gemeinsame Absichtserklärung mit dem Rhein-Kreis Neuss, der Deutschen Post DHL Group (DHL), RWE Power und NRW.INVEST über die Ansiedlung eines grünen Logistikprojektes von DHL unterzeichnet. In dem „Letter of Intent“ bekundet DHL Interesse daran, auf einer Fläche von 140.000 Quadratmetern ein hochmodernes Paketzentrum zu errichten. „In enger Abstimmung mit RWE führen wir Gespräche mit einer Reihe weiterer Unternehmen, die Interesse an einer Ansiedlung am Silbersee haben“, umreißt Hans-Gerd Knappe, Gewerbeflächenmanager der SWD, das laufende Verfahren.

Drittes Projekt ist der geplante Erwerb von Flächen am „Wahler Berg“ an der B9. Das Land NRW hat in einem Interessenbekundungsverfahren ein Areal von 3,5 Hektar Größe zum Verkauf angeboten. Die Stadt Dormagen hat sich um diese Fläche beworben und ist zuversichtlich, dort Möglichkeiten zur Entwicklung schaffen zu können.

Im Rahmen des strategischen Baulandmanagements für Gewerbeflächen setzt die Stadt übrigens auf die Vergabe von Flächen im Wege des Erbbaurechts. Erbbaurechte zu bestellen, macht laut Verwaltung aus mehreren Gründen Sinn: Unter anderem hat man unverändert Zugriff auf die Grundstücke und kann – bei einem möglichen Ausfall des „Erbbaurechtsnehmers“ – Brachflächenbildung aktiv entgegenwirken. Zudem hat der Investor geringere Anfangsinvestitionen, da kein Grundstückskaufpreis anfällt.