Europawahl am 26. Mai 2019: So viel Europa steckt im Rhein-Kreis Neuss

Europawahl am 26. Mai : So viel Europa steckt im Rhein-Kreis Neuss

Am 26. Mai ist Europawahl. Von der Europäischen Union profitieren die Menschen im Kreis täglich – oft, ohne es zu merken.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke betont, wie wichtig es ist, seine Stimme bei der Europawahl am 26. Mai abzugeben. „Wir leben heute in einem Europa ohne Grenzen und mit einer gemeinsamen Währung. Wir brauchen Europa auch in Zukunft, um Wohlstand zu sichern und gemeinsame Antworten auf globale Herausforderungen wie Klimawandel und Energieversorgung zu finden.“ Mitbestimmung sei da wichtig – und die Stimmabgabe bei einer Wahl die einfachste Möglichkeit, sich einzubringen. Zumal sich viel Europa im Alltag der Menschen findet – auch im Rhein-Kreis. Darauf machte der Landrat am Freitag zusammen mit Ruth Harte, Europabeauftragte des Rhein-Kreises, aufmerksam. Allein zwischen 2014 und 2020 fließen rund 8,5 Millionen Euro aus EU-Förderprogrammen in den Kreis.

Nur ist Europa eben auch manchmal technokratisch. So fließen viele Fördermittel in Projekte mit zum Teil sperrigen Namen. Das macht es Bürgern oft schwer, den Nutzen auf Anhieb zu erkennen – und dass sich dahinter europäische Zusammenarbeit verbirgt. Ein Beispiel: das Interreg VA Projekt „EurHealth – 1Health“. Es wurde im Kampf gegen multiresistente Erreger und im Einsatz für eine rationale Strategie zur Antibiotikaabgabe gestartet. Das Gesundheitsamt des Rhein-Kreises übernahm in diesem Projekt die federführende Rolle für den deutschen Teil der Euregio Rhein-Maas-Nord. Das Ziel: die Antibiotikaabgabe im deutschen Teil der Euregio Rhein-Maas-Nord erfassen und Bürger über infektionsrelevante Themen aufklären. Dazu wurde eine Smartphone App („MRSApp“) entwickelt, die in neun Sprachen verfügbar ist und europaweit genutzt wird. Dafür erhielt der Rhein-Kreis den Sonderpreis „Europaaktive Kommune 2017“.

Gemeinsame Gesundheitsprojekte helfen – zum Beispiel gegen multiresistente Keime. Foto: Archiv

Auch Bildung ist ein großes Thema. Nicht nur die Erasmus-Programme an Schulen dienen der Weiterbildung, sondern zum Beispiel auch das zdi-Netzwerk („Zukunft durch Innovation“), das Schüler für Berufe aus dem sogenannten MINT-Bereich (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) begeistern möchte. Unternehmen werden dabei einbezogen. Zu den Höhepunkten gehört jährlich ein Roboterwettbewerb, der sich großer Beliebtheit erfreut. Das zdi-Netzwerk wird unter anderem durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziell unterstützt. Und auch Radfahrer profitieren von der EU, die zum Beispiel die Fietsallee am Nordkanal förderte.

Weiterhin speisen sich auch zahlreiche Informations- und Diskussionsveranstaltungen aus EU-Geldern. Beispielsweise fand am 9. Mai eine Infoveranstaltung für Schüler mit anschließender Podiumsdiskussion statt, in deren Anschluss die Sieger des Europawettbewerbs prämiert wurden. Die Preise waren unter anderem Besuche beim Europäischen Parlament und der Europäischen Zentralbank. Mit seinem „Europe Direct Informationszentrum Mittlerer Niederrhein“ lädt der Kreis junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahre zu einem Informationsseminar über das Förderprogramm „Europäisches Solidaritätskorps“ ein. Die kostenfreie Veranstaltung findet am 24. Mai von 17 bis 19 Uhr im Kreishaus Neuss an der Oberstraße 91 statt. Um vorherige Anmeldung wird gebeten unter info@europedirect-mn.de.

Der Roboter-Wettbewerb des zdi-Netzwerks ist beliebt. Die EU fördert das Netzwerk. Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

Hans-Jürgen Petrauschke lenkt den Blick bewusst auf die Europawahl. Insgesamt 334.738 Bürger sind im Kreis wahlberechtigt. Petrauschke ermuntert zur Stimmabgabe und betont die Bedeutung des Europäischen Parlaments: „Seine Abgeordneten entscheiden über wichtige Fragen – darunter auch viele, die uns alle direkt betreffen.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: So viel Europa steckt im Rhein-Kreis Neuss

Mehr von RP ONLINE