Rhein-Kreis Neuss: Energiesparen attraktiv machen

Rhein-Kreis Neuss : Energiesparen attraktiv machen

Die Energiewende setzt auf die Beteiligung der Bürger. Sie können mit dem Energiesparen im eigenen Umfeld beginnen. Darüber hinaus gibt es Beteiligungsmodelle bei regenerativen Energien.

Die Energiewende mit dem Atomausstieg bis 2022 ist beschlossene Sache. Für den Bürger bedeutet das einen tiefen Einschnitt in seinem direkten Lebensumfeld. Die Wende setzt wesentlich auf seine intensive Mitarbeit. Zum Beispiel beim Energiesparen im häuslichen Umfeld. Oder – möglicherweise gewinnbringend – mit einem Anteil an einer Bürger-Energieanlage. Nach Ansicht von Joachim Frielingsdorf, Sprecher der Energieagentur NRW, entwickelt sich bei den Bürgern langsam ein Gespür dafür, "dass Energiesparen im häuslichen Umfeld vor allem auch wirtschaftlich sinnvoll ist". Frielingsdorf: "Wenn der Bürger merkt, dass er für sich sparen kann, macht er eher mit."

Eher zurückhaltend sieht Alexandra Hartig, Sprecherin der Stadtwerke Neuss (swn), das Engagement bei den Bürgern: "Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima hatten wir viele besorgte Anrufe, wo unser Strom herkomme. Auf der anderen Seite wird unser Angebot für Öko-Strom, der ausschließlich aus regenerativen Energien gewonnen wird und zwei Cent pro Kilowattstunde teurer ist, kaum nachgefragt." Johannes Stürmer, Leiter des Regionalzentrums Neuss der RWE Rhein-Ruhr Netzservice GmbH, stellt ein hohes Interesse beim Bürger an der Energiewende fest. "Den Menschen ist bewusst, dass etwas für das Klima getan werden muss." Stürmer hofft nach der Wende jetzt auf einen breiten gesellschaftlichen Konsens, jetzt auch Lasten der neuen Energiepolitik zu tragen, zum Beispiel beim Ausbau der Netze: "Jetzt gilt es, die Menschen zu motivieren und sie für die neuen Ziele zu begeistern."

Die Möglichkeiten der Bürger, sich aktiv in die Energiewende einzubringen sind vielfältig. Allein das Haus ist laut Frielingsdorf eine schier unerschöpfliche Sparquelle von der "zweiten Haut" zur Wärmedämmung und der Isolierung der Fenster bis zur Solaranlage auf dem Dach. Besondere Sparaspekte bietet die Heizung, Stichworte sind hier: Wärmepumpe, Holzpellets, Brennwerttechnik. Frielingsdorf: "Hier liegen nicht nur große Chancen für die Bürger, sondern auch für die deutsche Wirtschaft, die führend in vielen Energie- und Umwelttechniken ist." Dieses Sparprogramm halten auch die Neusser Stadtwerke für ihrer Kunden vor. Der alternative Strom ist dort seit Jahresbeginn 2010 Wirklichkeit. Alexandra Hartig: "Unser Strom wird aus norwegischer Wasserkraft gewonnen."

Immer mehr Bürger interessieren sich auch für Geldanlagen in regenerativen Energiegewinnung, zum Beispiel bei Bürger-Solaranlagen. Laut Frielingsdorf amortisieren sich diese Investitionen nach etwa zwölf Jahren. Auch in Neuss gibt es Bestrebungen, solche Angebote deutlich auszuweiten.

(NGZ)
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