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Rhein-Kreis Neuss: Energielabor im Berufskolleg

Rhein-Kreis Neuss : Energielabor im Berufskolleg

Der Rhein-Kreis Neuss startet gemeinsam mit dem Berufskolleg in Neuss-Hammfeld und der Kreishandwerkerschaft ein Energielabor. Die Ziele: Nutzung von Energie veranschaulichen und effizienter gestalten.

Energie wird teurer und daher immer wertvoller - sparen lautet also die Devise. Zudem fordert der Klimawandel eine starke Reduzierung des schädlichen Klimagases CO2. Vor diesem Hintergrund hat der Rhein-Kreis Neuss ein zukunftsweisendes Projekt entwickelt: Ein Energielabor, das zurzeit auf dem Gelände des Berufskollegs für Informatik und Technik (BTI) im Hammfeld gebaut wird, soll aufzeigen, wie man durch neue Materialien und Techniken energieeffizienter bauen oder umbauen kann.

Partner dieses bundesweit einmaligen Projekts sind unter anderem das BTI Neuss und die Kreishandwerkerschaft Niederrhein. "Wer heute ein Haus baut oder renoviert, macht sich viele Gedanken um energieeffiziente Haustechnik", erklärt Paul Neukirchen, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein. "Wir wollen herausfinden, welche Parameter nötig sind, um Energie zu sparen und sinnvoller zu nutzen."

Das "Energielabor Rhein-Kreis Neuss" wird aus fünf garagengroßen Häusern verschiedener Dämmstandards, plus einem "Experimentier-Gebäude" bestehen, in dem man beispielsweise Energiequellen oder Fassaden austauschen kann. In dem Labor sollen künftig mehr als 700 Anlagenmechaniker mit Schwerpunkt Sanitär-Heizung-Klima sowie Elektroniker für Gebäudetechnik ausgebildet werden, die am BIT ihren Berufsschulunterricht absolvieren.

Das erste Haus des Labors, in dem die Berufsschüler Experimente durchführen und daraus Rückschlüsse für die effiziente Nutzung von Heiz-, Kühl- und Isoliersystemen ziehen, soll im Herbst fertiggestellt werden. Erste Versuchsreihen können bereits im Spätsommer starten, prognostiziert Marcus Temburg vom Amt für Entwicklungs- und Landschaftsplanung beim Rhein-Kreis Neuss.

Das Gebäude wird mit komplexer Messtechnik ausgestattet, die das Forschungszentrum Jülich entwickelt hat. Zudem können die Schüler verschiedene Materialien und Techniken zum Energiesparen ausprobieren. "Die Auszubildenden erforschen, wie sich starke Sonneneinstrahlung oder eine bestimmte Fenstergröße auf die Energieeffizienz auswirkt oder wie man im Winter mit wenig Heizenergie auskommt", erklärt Neukirchen.

Zudem können die Berufsschüler die Auswirkungen von bestimmtem Nutzungsverhalten auf den Energieverbrauch testen. Auch Bauherren und Handwerker können sich im Energielabor über energiesparendes Bauen und Renovieren informieren. Sukzessive soll das Labor durch die verschiedenen Häusertypen mit unterschiedlichen Dämmstandards erweitert werden. Finanziert wird das Projekt in erster Linie durch Mittel des Kreises.

"Für die nächsten Bauabschnitte versuchen wir Fördermittel zu akquirieren und Unternehmen zu gewinnen, die sich an dem Projekt beteiligen. Ein Kooperationsvertrag besteht bereits mit den Stadtwerken Neuss", sagt Marcus Temburg, der das Projekt koordiniert.

(NGZ/rl)