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Solarfahrzeug: Premiere beim Neusser Solartag: "Einfach schick, futuristisch und kompakt"

Solarfahrzeug: Premiere beim Neusser Solartag : "Einfach schick, futuristisch und kompakt"

Mit 25 Kilometern pro Stunde über den Asphalt gleiten, die meisten anderen Fahrradfahrer hinter sich lassen - dafür ist entweder anstrengende Beinarbeit oder aber ein Mofa nötig. Variante drei: ein Solarmobil. Genau so ein Vehikel hat jetzt eine Schülergruppe des "KIT-Club" am Berufskolleg für Technik und Informatik (BTI) Neuss gebaut. So sah das Solarfahrzeug einige Tage vor der Premiere aus. Die Dachstangen und die Sonnenkollektoren waren noch nicht fixiert.

Mit 25 Kilometern pro Stunde über den Asphalt gleiten, die meisten anderen Fahrradfahrer hinter sich lassen - dafür ist entweder anstrengende Beinarbeit oder aber ein Mofa nötig. Variante drei: ein Solarmobil. Genau so ein Vehikel hat jetzt eine Schülergruppe des "KIT-Club" am Berufskolleg für Technik und Informatik (BTI) Neuss gebaut. So sah das Solarfahrzeug einige Tage vor der Premiere aus. Die Dachstangen und die Sonnenkollektoren waren noch nicht fixiert.

Dabei hat der "KIT-Club" rein gar nichts mit Kindern zu tun, wie man bei oberflächlichem Lesen vielleicht denken könnte. Hinter "KIT" versteckt sich "Kreativität - Technik - Innovation". Am BTI hat Lehrer Hossein Ghassemi das Projekt "Solarfahrzeug" geleitet. Und seine vier Schüler Akmal (18), Marcel, Jürgen und Benjamin (alle 17) haben viele Stunden ihrer Freizeit dazu genutzt, durch Feilen und Bohren, Streichen und Lackieren das Solarfahrzeug zu bauen, damit die Premiere heute im Rahmen des Neusser Solartages gelingt. Wie sieht nun das gute Stück aus und wie ist es genau entstanden?

"Ich habe ein 20 Jahre altes Sinclair-Dreirad in der Garage gefunden. An dessen Aufbau haben wir uns orientiert", erklärt Ghassemi. Die Schüler haben in vielen Monaten die Einzelteile hergestellt und montiert. Da wurde der Lenker aus Eisenrohren zusammen geschweißt, und ein alter Stuhl aus Schulbeständen mutierte unter den geschickten Händen des KIT-Teams zum Fahrersitz. Die windschnittige Plastikverkleidung wurde eins zu eins von dem Originalfahrzeug übernommen, allerdings mit einem neuen, weißen Farbüberzug versehen. Aufs Dach dann noch die Kollektoren mit einer Fläche von 50 mal 120 Zentimetern montiert - so fährt das Dreirad ohne lästige Pedaltreterei, und ein Regendach ist der angenehme Nebeneffekt des Kollektoren-Daches.

Lehrer Hossein Ghassemi (re.) hat mit Akmal Yusufzai und drei weiteren Schülern das Solarmobil geplant und gebaut.

Immerhin 25 Stundenkilometer bringt das Solarfahrzeug auf den Tacho. In 16 Stunden ist bei mittlerem Sonnenschein voll getankt, und mit einer Sonnen-Füllung lassen sich 50 Kilometer bewältigen. Dass die Technik sicher und auf dem neuesten Stand ist, versteht sich von selbst. Zwei verschiedene Bremssysteme sorgen für den sicheren Stopp des Gefährtes. "Das Solarmobil sieht einfach schick, futuristisch und kompakt aus", meint Hossein Ghassemi. Für seine Schüler steckt hinter dem gelungenen Fahrzeug aber noch viel mehr: "Das war für uns eine Erfahrung, die uns wirklich geholfen hat", meint Marcel.

"Anstatt im Klassenraum zu hocken und mit Theorie überhäuft zu werden, konnten wir hier die Theorie auch in die Praxis umsetzen." Von der Bastelei waren die vier Jungen so begeistert, dass sie auch in den Ferien zu Schraubenzieher und Lackdose gegriffen haben. "Schade nur, dass wir an der Schule nicht auch die Schweißarbeiten machen durften", sind Marcel und die anderen drei etwas enttäuscht. Au "versicherungstechnischen Gründen", wie es so schön heißt, wurde die Bitte der Schüler abgeschlagen. Wer am Samstag den Solartag von 10 bis 17 Uhr auf dem Neusser Marktplatz besucht, kann sich das Energie sparende Gefährt aus der Nähe ansehen. Zwar ist der Zwölf-Volt-Motor etwas stärker als beispielsweise ein Motor in einem Rollstuhl.

Wenn es jedoch einmal ganz steil den Berg hinauf geht, muss mit den Fahrradpedalen ein wenig nachgeholfen werden. In unseren Breiten kann sich der Fahrer also in aller Regel auf die Kraft der Sonne verlassen, ist die flache Rheinlandschaft doch ideal für Touren mit dem Solarmobil geeignet. Das Solarmobil der BTI-Schüler wird übrigens nach dem Solartag keinesfalls ausgemustert. Es soll wieder zurück in die Schule kommen, und Ghassemi kann sich gut vorstellen, dass auch Schüler die eine oder andere Runde mit dem Dreirad über den Schulhof drehen können. "Kleine Rennen mit dem KIT-Club - das wäre eine prima Sache", so seine Meinung.

(NGZ)