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Rhein-Kreis Neuss: EHEC-Erreger: Neusser auf Intensivstation

Rhein-Kreis Neuss : EHEC-Erreger: Neusser auf Intensivstation

Das Kreisgesundheitsamt meldete am Mittwoch einen zweiten Fall einer Infektion mit dem EHEC-Erreger im Rhein-Kreis. Ein Mann aus Neuss hat sich infiziert. In Hackenbroich wird außerdem ein Verdachtsfall behandelt.

"Der jetzt betroffene Mann aus Neuss hatte erhebliche Vorerkrankungen und wird zurzeit intensivmedizinisch behandelt", sagt Dr. Maria Eisenhuth, stellvertretende Leiterin des Kreisgesundheitsamtes. Behandelt wird der Mann, der nach Darstellung von Verena Schäfers, Sprecherin der Neusser St. Augustinus-Kliniken alle Symptome einer EHEC-Erkrankung aufweist, im Neusser Johanna-Etienne-Krankenhaus. Sein Zustand sei stabil und nicht lebensbedrohlich, die Ärzte hätten die Situation im Griff.

In seinem Fall spricht das Kreisgesundheitsamt von einem schweren Krankheitsverlauf. Der Fall des Kaarsters, dessen Erkrankung am Montag bekannt wurde, sei anders gelagert. Er werde zwar noch stationär behandelt, teilt der Kreis mit, "ist aber auf dem Weg der Besserung."

Ob bei bei einem in Dormagen stationär aufgenommenen Patienten ebenfalls eine EHEC-Infektion vorliegt, kann Dr. Wolfgang Thier, ärztlicher Direktor für innere Medizin, nicht sagen. Klarheit werde von einem Test erwartet; das Ergebnis liege allerdings erst morgen vor. Er sei aber auf dem Weg der Besserung.

Patienten, die Symptome mit einer Durchfallerkrankung ins Krankenhaus kommen, werden isoliert untergebracht. Auch im Johanna-Etienne-Krankenhaus oder dem Kreiskrankenhaus Dormagen wurde so verfahren. Für Ärzte, Personal aber auch Besucher gelten dann die gleichen Hygiene-Regeln wie etwa beim Auftreten eines Noro-Virus, erklärt auch Professor Tobias Heintges, Chefarzt der Inneren Medizin am Neusser Lukaskrankenhaus. Besondere Kapazitäten für die Unterbringung von zu isolierenden Patienten hat das "Lukas" nicht geschaffen. "Wir könnten auch so bis zu 20 Patienten unterbringen", sagt Heintges, aber selbst mit dieser Zahl rechnet wer momentan. Auch Wolfgang Thier zeigt sich gelassen. "Die Krankheit ist ja nicht neu", sagt er. Der Umgang mit den Patienten verlaufe problemlos, zumal sich der EHEC-Erreger von anderen Darm-Bakterien kaum unterscheide. Thier: "Die Angst vor dem Bakterium breitet sich schneller aus als die Krankheit selbst". Es bestehe kein Grund zur Sorge.

(NGZO)