Die Werte-Bewahrer: Portfolio-Manager

Die Werte-Bewahrer: Portfolio-Manager

Ein Jahr nach dem Start des ersten RP-Finanzforums "Unabhängige Vermögensverwalter" und gewährten Einblicke in ihre Strategien, die Wünsche der Kunden und die

Solche Events sind selten: Vermögensverwalter, Privatbankiers und Fondsgesellschaften diskutierten beim RP-Finanzforum über die Perspektiven der Branche. Beim diesjährigen Finanzforum im Alten Kesselhaus des Stahlwerks Böhler-Uddeholm in Düsseldorf/Meerbusch war der Zuspruch so groß, dass die Redaktion erstmals mit zwei parallelen Diskussionsrunden die Fachleute zur Entwicklung der Märkte, ihrer engen Kundenbindung und der Zukunft der Unabhängigen Vermögensverwaltung befragte. Tenor der Gespräche: Die Anlageprofis legen Wert auf Langfristigkeit und Qualität, und sie sehen Wachstumschancen für ihre Branche.

Walter Sommer, Grossbötzl, Schmitz & Partner: Unsere Sozietät bewährt sich seit 25 Jahren in diesem anspruchsvollen Geschäft der traditionellen Vermögensverwaltung. Dabei ist uns der Erhalt unserer Beratungskultur, bei der der Kunde im Mittelpunkt steht, das Wichtigste.

Stefan Kasthold, DJE Kapital: Unsere Kundschaft kommt aus dem ganzen Bundesgebiet. Durch unsere Niederlassungen in den Regionen haben wir eine enorme Kundennähe, die uns gut durch die letzte Krise gebracht hat. Wir verzeichnen sowohl auf der Fondsseite ein Volumenwachstum also auch Zuwächse in der individuellen Vermögensverwaltung.

Andreas Grünewald, FIVV Finanzinformation & Vermögensverwalter: Unsere Vermögensverwaltung besteht seit zwölf Jahren. Aktuell wollen wir die Kundennähe verstärken und für die Wichtigkeit der ökonomischen (Schul-)Bildung sowie der Unabhängigkeit des Finanzdienstleisters sensibilisieren. Entsprechend ist es auch mein Anliegen, den Berufsstand des Vermögensverwalters durch den Verband unabhängiger Vermögensverwalter (VuV) in der Öffentlichkeit zu positionieren.

Norman Roesch, Romulus Investment: Im vergangenen Jahr waren vor allem Absolute Return Fonds, die Sicherheit und gute Ertragschancen bieten, bei unseren Kunden sehr beliebt. Die Unabhängigen Vermögensverwalter sollten ihr Netzwerk als Plattform nutzen, um sich zu ergänzen und den Kunden an den Banken vorbei neue Wege und Anlagemöglichkeiten zu bieten.

Bernd Haferstock, Habbel, Pohlig & Partner: Wir sind seit 15 Jahren am Markt und haben erfolgreich zwei Krisen durchstanden. Unsere Anlagestrategien sind grundsätzlich defensiv orientiert, ein Ansatz, der sich auch langfristig bewährt hat. Wir wachsen weiterhin sehr stark. Und durch unsere vermögensverwaltenden Fonds haben wir eine gute Sichtbarkeit nach außen.

Thomas Packenius, Packenius Mademann & Partner: Durch unsere vier Standorte verzeichnen wir kontinuierlich starkes Wachstum. Unser Augenmerk liegt auf einer ehrlichen und offenen Beratung. Generell müssen wir dafür sorgen, dass wir als Unabhängige Vermögensverwalter bekannter werden.

Robert Betz, Capital Forum: Wir arbeiten im Stillen, was unsere Kunden sehr schätzen. Neben der klassischen Vermögensverwaltung und dem Immobiliengeschäft bieten wir für sehr vermögende Kunden auch eine spezielle Art des Family-Offices an, welches wir Family Services nennen.

Claus Hecher, Ishares: Wir sind als Dienstleister vor allem im Bereich des Risikomanagements und der Beratung von Regierungen und staatlichen Einrichtungen wie der Soffin tätig. Im Asset Management ist der deutsche Markt sehr wichtig für uns. Zudem liefern wir Anlagebausteine für die Unabhängigen Vermögensverwalter, vor allem Exchange Traded Funds (ETFs).

Frank Eichelmann, Hauck & Aufhäuser: Wir haben keine Angst vor der Zukunft. Schließlich stellen sich fast täglich neue Leute vor, die als Vermögensverwalter in die Selbstständigkeit wechseln wollen.

Susanne Berger, Hauck & Aufhäuser: Wir als Privatbank Hauck & Aufhäuser sehen weitere Wachstumspotentiale für die Branche.

Thomas Hünicke, Hünicke Vermögensverwalter: Wir sind im klassischen Vermögensverwaltungsgeschäft tätig. Unser Wachstum kommt durch die Empfehlungen unserer Kunden, die mit unserer Arbeit sehr zufrieden sind, zustande. Die Unabhängigen Vermögensverwalter müssen mehr Präsenz in der Öffentlichkeit zeigen und gegen das schlechte Image, das durch Vertriebsgesellschaften auf sie übertragen wird, ankämpfen.

Michael Stegmüller, performance IMC: Ich bin fasziniert von der Branche und den Möglichkeiten, die sie bietet. Die Unabhängigen Vermögensverwalter gewinnen immer mehr Marktanteile von den Banken.

Manfred Köberlein, AmpegaGerling Investment: Als Dienstleister für die Vermögensverwalter erbringen wir die Administration ihrer Fonds. Die Kapitalanlage in Form von Investmentfonds erleichtert für Privatanleger den Zugang zur Expertise des Vermögensverwalters. Momentan administrieren wir rund 50 vermögensverwaltende Fonds.

Eberhard Heck, Hauck & Aufhäuser Privatbankiers: Die Arbeit mit den Unabhängigen Vermögensverwaltern läuft sehr gut für Hauck & Aufhäuser. Eine unabhängige Privatbank und Unabhängige Vermögensverwalter – das passt, denn wie die Vermögensverwalter sind auch wir nicht im Produktvertrieb tätig. Wir werden in diesem Segment weiter wachsen.

Thomas Lange, Lange Asset & Consulting: Bei der Risikobewertung haben wir uns komplett von der Betrachtung nach Assetklassen – Aktien oder Anleihen – gelöst. Statt dessen steuern wir die Portfolios nur nach Risikoklassen und berücksichtigen dabei rentenähnliche oder aktienähnliche Produkte.

Tim Schmiel, VM Vermögens-Management: Als unabhängige Vermögensverwalter betreuen wir derzeit rund 1000 Kunden, zusätzlich sind wir auch als Assetmanager für Fondsgesellschaften tätig. Unsere Kernphilosophie lautet: Zurück zu den Wurzeln. Unsere Anlageschwerpunkte liegen in Aktien, Renten, Cash und Gold. Zertifikate, ETF und vergleichbare Konstruktionen meiden wir.

Axel Jelunke, Lingohr & Partner: Wir gelten als klassischer Value-Investor. Unser Schwerpunkt liegt bei Aktien. Wir betreuen Aktienfonds, managen aber auch Renten und Aktien für private Investoren. Wir wollen eine langfristig gute Performance und eine bessere Entwicklung als die Vergleichsindizes erzielen. Dies erreichen wir, indem wir nach festen Regeln systematisch und emotionslos investieren.

Andreas W. Korth, Good Growth Institut: Als Vermögensverwalter gestalten wir ein ausgewogenes Risikoprofil, das auch gesellschaftliche Kriterien berücksichtigt. Wir betreuen daher nachhaltige Investmentfonds. Dabei verstehen wir uns nicht als 'dunkelgrüne Hardliner', sondern agieren pragmatisch. Das schätzen unsere Kunden.

Matthias Rathgen, Döttinger/Straubinger: Mit unserer Dachfonds- und Portfolio-Strategie streben wir eine Outperformance an, was uns auch seit 20 Jahren gelingt. Wir suchen externe Spezialisten, kreieren keine eigenen Produkte. Neben Aktien und ETF nutzen wir auch alternative Anlageformen, zum Beispiel Forst-, Agrar- und Infrastruktur-Projekte oder Private Equity.

Manfred Stock, KHP Knüppe, Huntebrinker: Wir verstehen uns als kleine, aber feine regionale Vermögensverwalter-Boutique und betreuen zu mehr als 90 Prozent klassische Privatkunden. Für sie tätigen wir Direktanlagen, Fonds nutzen wir weniger. Als Beimischung dienen zwei eigene Zertifikate und zwei ebenfalls von uns gestaltete Fonds.

Joachim Paul Schäfer, PSM Vermögensverwaltung: Wir sind der älteste Unabhängige Vermögensverwalter in Deutschland und bereits seit 1965 tätig. Wir streben Kontinuität an. In den vergangenen 20 Jahren haben wir in jedem Jahr Verluste vermieden, dafür lag unsere Performance in manchem Boomjahr hinter dem, was risikofreudige Anleger oder Verwalter erreichten. Wir verwalten einheitlich und auch individuell Anlagen ohne Einsatz von Fremdfonds.

Markus Kohl, Mayr Investment Manager: Wir verstehen uns als Aktienspezialist. Unsere Stärke liegt in der Verwaltung globaler Anlageuniversen unter Einsatz quantitativ basierter Anlagestrategien. Wir betreuen nur institutionelle Anleger, zum Beispiel Fondsgesellschaften, bei der Verwaltung von Spezial- oder Publikumsfonds.

Thomas Buckard, Michael Pintarelli Finanzdienstleistungen: Werterhalt ist unsere oberste Maxime. Wir betreuen vermögende Privatkunden, denen dies wichtig ist. Im Bild gesprochen, wollen wir als Bergsteiger Gipfel nur mit Sicherung erklimmen. Daher nutzen wir unterschiedliche Absicherungsstrategien, um Verluste zu minimieren.

Dyrk Vieten, LBB Invest: Wir arbeiten mit Vermögensverwaltern als Boutique-Anbieter zusammen. Auf Gebieten, die nicht zu unseren Kernkompetenzen gehören, suchen wir Fondsmanager, die hier als ausgewiesene Spezialisten gelten. Mit ihnen gestalten wir Fonds, die die Strategien umsetzen.

Dirk Heß, Citigroup Global Markets: Wir verstehen uns als Partner der Vermögensverwalter und bieten ihnen Produkte für ihr Portfoliomanagement an. Zusammen mit unseren Research-Spezialisten suchen wir nach profitablen Chancen, die sich aktuell im Anlage-Universum finden lassen.

Michael Wolf, Universal Investment: Unser Kerngeschäft ist der Service für Unabhängige Vermögensverwalter. Sie sind die Asset Manager, wir beraten sie dabei, welche Fondsstruktur in Deutschland oder Luxemburg am besten zur Investmentidee passt, übernehmen die Abwicklung, eröffnen zusätzliche Vertriebs- und Marketingkanäle oder unterstützen die Vermögensverwalter im Risikomanagement.

Michael Gillessen, Hauck & Aufhäuser Privatbankiers: Wir bieten Vermögensverwaltern eine strategische Betreuung. Dazu gehört zum Beispiel unser Existenzgründungsservice, das Design von Produkten, Research, aber auch Hilfe bei regulatorischen und technischen Fragestellungen. Wir unterstützen die Finanzprofis bei der Suche nach Personal, aber auch im Vertrieb und bei anderen Tätigkeiten.

(NGZ)