Neusser Filiale der Sparda-Bank: "Die verrückte Zeit ist nicht vorbei"

Neusser Filiale der Sparda-Bank : "Die verrückte Zeit ist nicht vorbei"

Neusser Filiale der Sparda-Bank West verzeichnet Aufwärtstrend.

rhein-kreis neuss (jkr-) Genossenschaftsbanken galten vor gut einem Jahr noch als dröge und langweilig. Nachdem der Glanz der Investmentbanker im Jahr eins nach der Finanz- und Wirtschaftskrise verblasst ist, ist vieles anders. Auch die Sparda-Bank West, mit Filialen in Neuss und Grevenbroich, geht als Gewinnerin aus der Krise hervor.

Auch das Neusser Haus mit Sitz an der Kapitelstraße konnte im vergangenen Geschäftsjahr einen Zuwachs bei den Kunden verzeichnen. Insgesamt konnte das Kreditinstitut 422 neue Kunden hinzugewinnen (plus 3,34 Prozent). Der Gesamtbestand liegt bei rund 6600 Kunden.

"Unser Ziel sind sieben Prozent Neukundenwachstum", sagt Lothar Tophofen, Geschäftsstellenleiter in Neuss. Bemerkenswert: Auch das Kreditvolumen, auf das bei anderen Geldhäusern der Daumen gehalten wird, konnte gesteigert werden. Auf 48,51 Millionen Euro belief sich das Volumen zum Halbjahr 2009; das ist ein Plus von 7,32 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch gesteht Tophofen sein, genauer hinzusehen.

"Es ist schon so, dass wir bei Kontoüberziehungen nicht eng, aber kritisch disponieren", so Tophofen, dessen Neusser Filiale 1995 mit vier Mitarbeitern gestartet ist. Inzwischen arbeiten zwölf Beschäftigte am Standort Neuss.

Bergauf geht es auch beim Geschäft mit Baufinanzierungen. Ein Wachstum von 7,24 Prozent konnte bisher gegenüber 2008 verbucht werden. "Eigentum als Sicherheit ist den meisten derzeit das liebste Kreditgeschäft", sagt Tophofen. Eine Tendenz gehe in dem Bereich hin zu Bestandsimmobilien. "Viele kaufen eher als zu bauen", sagt der Filialleiter.

Das Bestandsgeschäft legte mit einem Wachstum von 1,27 Millionen Euro auf 65,29 Millionen Euro zu; das Geschäftsvolumen lag bei 113,80 Millionen Euro — auch ein Resultat des Anstiegs bei den Termineinlagen, zum Beispiel im Bereich der Tagesgeldkonten.

Im Rahmen einer Fünf-Jahres-Planung liegt auch weiterhin ein Schwerpunkt auf dem Wachstum im Neukundengeschäft. "Wir wollen langfristig die Kundenbindung erhalten und ausbauen", erklärt Tophofen.

Dabei sieht sich das Geldhaus auf einem guten Weg. Einer Kundenbefragung der Unternehmensberatung Goldpark zufolge seien 82,5 Prozent der Befragten mit der Sparda-Bank West zufrieden. 85,5 Prozent hätten der Bank Seriosität bescheinigt.

Auch in Zukunft will die Sparda-Bank die Finger von riskanten Finanzprodukten lassen. "Wir sind eine konservativ anlegende Bank und werden die Baufinanzierung auch weiterhin im Fokus haben", so Tophofen. Doch eines ist auch klar: "Die verrückte Zeit ist noch nicht vorbei."

(RP)
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