Aktiv im Sommer unterwegs: Die Segel setzen auf dem Kaarster See

Aktiv im Sommer unterwegs: Die Segel setzen auf dem Kaarster See

Mit rund 500 Mitgliedern gehört der Kaarster Segelclub zu den zehn größten Segelvereinen in NRW. Die Vereinsmitglieder hat der Segelsport längst in den Bann gezogen. Für den Segel-Nachwuchs bietet der Verein besondere Schnupperkurse an.

Einen Segler stört auch strömender Regen nicht beim Ausüben seines Hobbys. Hauptsache, es gibt Wind. Deshalb ist auch ein heißer Sommertag ohne Brise in der Luft nicht unbedingt das Schönste für ihn. Auf dem Kaarster See sind am Wochenende und unter der Woche viele Segler unterwegs. Mit rund 500 Mitgliedern gehört der Kaarster Segelclub (KSC) zu den zehn größten Segelvereinen in Nordrhein-Westfalen.

Stattlich ist auch die Flotte des KSC: Rund 50 Boote nennt er sein Eigen, darunter 13 "VB-Jollen" für die Ausbildung, die "Optis" für die Kinder, die schnellen "29er", die Jugendboote "420er", "Laser" für hochkarätige Regatten sowie zwei Clubjachten und eine Kieljolle, die für Segeltörns in Holland vor Anker liegen. Die Vereinsmitglieder sind überzeugt: Wer das Segeln einmal ausprobiert, wird begeistert sein.

In ihren Bann gezogen hat es auch Ines Winzer. Zunächst war die Kaarsterin ein Motorboot-Fan, doch als sie beim VHS-Kursus für den Sportbootführerschein die Segler kennenlernte, wollte sie das Vorankommen auf dem Wasser ohne Motor ausprobieren. "Man setzt sich nur mit einem selbst und dem Wind auseinander. Man erlebt die totale Ruhe", erzählt sie begeistert. Dieses Einssein mit der Natur mache den großen Erholungswert des Wassersports aus. "Segeln entschleunigt das Leben", sagt Barbara Rheinbold. Es zu lernen, ist aber anspruchsvoll und aufwendig. "Es dauert eine Weile, bis man das Gespür entwickelt, um mit dem Wind das Boot in Bewegung zu setzen", so Ines Winzer. Da komme anfangs auch erst einmal viel Frust auf.

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Der Kaarster See stellt die Seglerin oft vor ungewöhnliche Herausforderungen. "Der bewachsene Uferbereich verfälscht oft die Windverhältnisse. Plötzlich steht man, obwohl alle anderen um einen herumfahren", weiß sie. Dann gilt es, das Segel wieder richtig zu setzen und mit Manövern wie Wende und Halse — den Richtungswechsel mit dem Bug oder dem Heck — das Boot stets in Bewegung zu halten beziehungsweise nicht aufs Ufer aufzulaufen.

Viel Tempo nimmt der Segler auf, wenn er die Jolle in Krängung fährt. Dabei befindet sich die Jolle in einer extremen Schieflage, so dass nur wenig Wasser den Rumpf berührt. Zwar gibt es auch Ein-Mann-Boote, doch Segeln ist hauptsächlich ein Teamsport mit mindestens zwei Personen. Der Steuermann bedient die Pinne, den langen Hebel für das Ruder. Der Vorschoter setzt die Segel — eine körperliche Arbeit, die auch ab und zu blaue Flecken mit sich bringt. "Man muss sich auf dem Boot viel bücken und knien. Für einen Büromenschen ist das oft erst einmal ungewohnt, und er muss seinen eigenen Bewegungsablauf finden", erzählt Barbara Rheinbold. Jedem Interessierten bietet der Verein eine Schnupperstunde an. "Kinder gehen dabei einfacher an die Sache heran als ältere Leute. Sie wollen es ausprobieren und dabei Spaß haben", sagt Rheinbold. Erwachsene überlegen hingegen oft zu viel.

(NGZ)