Die Rhein-Kreis-Kliniken und das "Lukas" in Neuss bereiten Fusion vor

Rhein-Kreis-Kliniken und das „Lukas“ in Neuss : Krankenhäuser bereiten Fusion vor

Rhein-Kreis führt Bildungsinstitut-Komplex an der Carossastraße der „Mitgift“ zu.

Am letzten März-Arbeitstag wurde mit dem Ratsbeschluss in Neuss die Krankenhaus-Fusion politisch perfekt, mit dem 1. April gab’s sogleich zwei Neuanfänge. Oliver Franz (50), der neue Chefarzt der Geriatrie am „Lukas“, hatte seinen ersten Arbeitstag und am Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe (BIG) nahmen 72 künftige Pfleger ihre Ausbildung auf. Dabei praktiziert das gemeinsame BIG bereits, was für die kommunalen Krankenhäuser nun beschlossene Sache ist. „Die Fusion ist beim BIG gelebte Realität“, sagt „Lukas“-Geschäftsführer Nicolas Krämer zur Begrüßung der neuen Kursusteilnehmer.

Das BIG mit Standort an der Carossastraße im Neusser Dreikönigenviertel („Altes Gesundheitsamt“) ist aus einem weiteren Grund ein Beispiel für die bevorstehende Fusion der kommunalen Krankenhäuser im Kreisgebiet. Der Rhein-Kreis überträgt die Liegenschaft an seine Krankenhäuser und vermehrt somit deren „Mitgift“ um rund zwei Millionen Euro – so beziffern jedenfalls Fachleute deren Wert.

Die Ärzteschaft reagiert gelassen auf die anstehende Fusion. Die Trägerfrage sei für die Kassenärztliche Vereinigung (KV) sekundär, sagt Vorsitzender Gerhard Steiner, „die Gesetze müssen von jedem befolgt werden.“ Die KV betreibt drei Notfallpraxen an den Kreis-Krankenhäusern in Dormagen und Grevenbroich sowie am Etienne-Krankenhaus in Neuss, das zur St.- Augustinus-Gruppe gehört. „Unsere Logistik ist durch die Fusion kaum betroffen“, sagt Steiner, „wir werden aber unsere Notfallpraxen stärker in Richtung Portalpraxen entwickeln.“ Im Grundsatz richtig, im Tempo zu forsch. Auf diesen Nenner bringt Rainer Thiel (SPD) seine Position zur Krankenhaus-Fusion. Aus Sicht des Oppositionsführers im Kreistag sind noch zu viele Fragen offen. So werde er auch im Aufsichtsrat der Rhein-Kreis Kliniken am Mittwoch auf Antworten drängen. Dabei hat er die 2018er Bilanz im Blick: „Ich sehe, dass sich die Ergebnisse der Rhein-Kreis Kliniken verbessern. Für mich sind das aber Rechenergebnisse. Ein Konzept, das dahinter steht, kann ich nicht erkennen.“

Zudem plädiert Thiel dafür, die Belegschaften an den drei Standorten besser mitzunehmen: „Die müssen die Fusion zum Erfolg führen.“

(lue-/-nau)
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