Sonntag Abend wurden NRW-Theaterpreise verliehen: Der ganze "Godot"

Sonntag Abend wurden NRW-Theaterpreise verliehen : Der ganze "Godot"

Erst "Shockheaded Peter" und dann die Preisverleihung: Mit der luftig-lockeren Eigeninszenierung des RLT und der anschließenden Vergabe der NRW-Theaterpreise wurde Sonntag Abend ein Theaterfestival beendet, dessen Atmosphäre Zuschauer wie Theaterleute begeistert hat. Acht Tage haben auch die Mitglieder der Jury jeden Abend im Theater verbracht, um dann die "Besten" des Theatertreffens auszeichnen zu können.

Als beste Produktion wurde Matthias Hartmanns Bearbeitung des Beckett-Stücks "Warten auf Godot" für Bochum ausgezeichnet; bewusst die Kategorie "beste Inszenierung" auf "Produktion" ausweitend, um deutlich zu machen, dass alles dazu gehört - Regie, Schauspielkunst und Bühnenbild. Als besten Schauspieler haben Renan Demirkan, Thomas Thieringer und Uwe. B. Carstensen den Bonner Joachim Bliese ausgezeichnet. Dem Darsteller des Filippo und Bernadino in "Die schöne Ferienzeit" zuzusehen, wie er "intelligent und leicht den Slalom von Druck und Gegendruck" vorführe, sei ein Genuss.

Seine Kollegin Monika Kroll als Filippos Schwester wurde "Beste Schauspielerin", die "in ihrer verzweifelten Sehnsucht nach Liebe unsere Herzen gewonnen" hat. Bester Nachwuchsdarsteller ist Kaspar Küppers (Karl aus "Feuergesicht"), der mit "großer Energie die Figur eines antriebslosen pubertierenden Jungen" spielt; weibliches Pendant ist Angela Eickhoff (Emmi Straube in "Der Fall Furtwängler"): "Sie hat aus einer konzentrierten Nebenrolle keine Hauptrolle gemacht, aber trotzdem keinen Höhepunkt des Stücks verpasst, der von ihr abhängt." Den von der Jubiläumsstiftung der Sparkasse gespendeten Sonderpreis gestand die Jury dem "Männerterzett" in "Blau/Orange" zu. Dieser britische Dramentyp habe keine Tradition in Deutschland, was es für Schauspieler besonders schwierig mache, "in dieser Technik einen Inhalt zu übermitteln". hbm

(NGZ)
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